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Arbeit 4.0

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Hinter der Chiffre Arbeit 4.0 versammeln sich eine ganze Reihe unterschiedlicher Themen der Digitalisierungsdebatte. Entsprechend vielfältig sind auch die Erwartungen und Befürchtungen, die damit verbunden werden. Mit den Fachtagungen zur Digitalisierung der Arbeitswelt vermitteln wir Betrieblichen Interessenvertretungen umfangreiches Wissen und organisieren zugleich einen Dialog. Dabei beziehen wir bewusst ein breites Spektrum an Positionen und Perspektiven mit ein, um der Vielfalt der aktuellen Debatte gerecht zu werden.

Arbeit 4.0 - Hoffnung, Horor oder Hype?

Hinter der Chiffre Arbeit 4.0 versammeln sich eine ganze Reihe unterschiedlicher Themen der Digitalisierungsdebatte. Entsprechend vielfältig sind auch die Erwartungen und Befürchtungen, die damit verbunden werden. Hoffnungsszenarien zeichnen Bilder von Angestellten die dank mobiler Arbeit ihr Familien- und Berufsleben besser vereinen können, sich ihre Arbeit frei einteilen und statt in staubigen Büros in kurzer Hose am Strand arbeiten. Horrorvisionen sehen Arbeitskraftunternehmer die als von Algorithmen ständig kontrollierte und bis ins kleinste Detail gesteuerte Arbeitsdrohnen durch schlecht bezahlte Tätigkeiten hetzen, in dem Bewusstsein jederzeit austauschbar zu sein. Andere wiederum glauben, es handelt sich um einen Hype und berufen sich dabei gerne auf das papierlose Büro – das wird ja auch seit 30 Jahren diskutiert und ist bis heute nie vollständig Realität geworden.

Dementsprechend weit klaffen die Prognosen zu Beschäftigungseffekten auseinander. Vom Wegfallen von 51 % aller Jobs in Deutschland bis zu einem Nettozuwachs von 350.000 Arbeitsplätzen ist alles vertreten. Unstrittig ist nur, dass die Digitalisierung zu Veränderungen in der Arbeitswelt führt. Wie tief sie den Arbeitsalltag der breiten Masse durchdringen werden, darüber lässt sich vortrefflich streiten. Kombinatorische und exponentielle Eigenschaften digitaler Technologien sprechen jedoch für eine Veränderungsdynamik die nur noch wenig mit der analogen Geschwindigkeit zu tun hat. Bei so viel Ungewissheit hilft nur: Mitreden, Mitgestalten und Mitbestimmen – denn Arbeit 4.0 ist das was wir daraus machen. Weiterbildung spielt dabei auf allen Ebenen eine entscheidende Rolle.

Arbeit und Leben NRW unterstützt Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Betriebliche Interessenvertretungen und Gewerkschaften die Veränderungen gemeinsam im Sinne der Beschäftigten mitzugestalten. Das richtige Know-How und gute Vernetzung sind Grundvoraussetzungen, um tragfähige eigene Konzepte zu entwickeln sowie Debatten zu initiieren und zu prägen.

Mit den Fachtagungen zur Digitalisierung der Arbeitswelt vermitteln wir Betrieblichen Interessenvertretungen umfangreiches Wissen und organisieren zugleich einen Dialog. Dabei beziehen wir bewusst ein breites Spektrum an Positionen und Perspektiven mit ein, um der Vielfalt der aktuellen Debatte gerecht zu werden.

 

Fachtagung 2017

Arbeit und Betriebliche Interessenvertretung 4.0

Vom Konzept zur Kompetenz

Bereits zum dritten Mal veranstaltete Arbeit und Leben NRW im September die Tagung rund um das Thema Digitalisierung und Arbeit 4.0. Im Fokus der Veranstaltung standen diesmal die Kompetenzen und Gestaltungsmöglichkeiten von Betrieblichen Interessenvertretungen.

Bereits der erste Vortrag von Prof. Dr. Stefan Kühl zu den Mythen der Digitalisierung regte zu intensiven Diskussionen unter den rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern an. Unter der Überschrift „Arbeit und Betriebliche Interessenvertretung 4.0 – vom Konzept zur Kompetenz“ wurden anschließend verschiedene Aspekte einer sich wandelnden Arbeitswelt für die Arbeit von Betriebsratsgremien beleuchtet. Neue Formen der betrieblichen Mitbestimmung (Dr. Frank Lorenz), Plattformökonomie und ihre Bedeutung für die Mitbestimmung (Florian A. Schmidt) sowie Arbeitszeiten in der digitalen Welt (Brigitte Dinkelaker) und neue Formen der Arbeit und Prävention (Dr. Morten Warendorf) wurden vorgestellt und diskutiert.

Unter dem Schlagwort Agile Methoden, konnten im Rahmen der Tagung neue Arbeitstechniken praktisch ausprobiert werden. Dies brachte neben kreativen Ideen und Lösungsansätzen auch einen ersten Eindruck, wie diese Methoden auch für die Arbeit der Betrieblichen Interessenvertretungen genutzt werden können. Einen Einblick in die politische Diskussion gewährte Staatssekretär Torben Albrecht, der sich den Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Weißbuch Arbeit 4.0 stellte. Die Auswirkungen neuer Formen der Arbeit auf das Arbeitsrecht, erläuterte Prof. Dr. Dr. Ulrich Preis von der Universität zu Köln.

Doch wie kann die Arbeitswelt von morgen gestaltet werden? Zu dieser Frage diskutierte Prof. Preis abschließend mit den Konzern-Jugend- und Auszubildendenvertretungen der Deutschen Post (Michael Häusler) und RWE (Daniel Kober) sowie dem ehem. Geschäftsstellenleiter der KAV der Deutschen Telekom (Ingo Wiertz).

Aufgrund der guten Resonanz und des sehr guten Feedbacks zu Format und Inhalt, wird im Frühjahr 2019 wieder eine Tagung zu Digitalisierung und Arbeit 4.0 angeboten werden.

Fachtagung 2016

Arbeit und Dienstleistung 4.0

Der Dienstleistungssektor ist von den Auswirkungen der Digitalisierung auf eine besondere Weise betroffen. Bisher wurde es als gegeben angesehen, dass „Arbeit am Menschen“ auch von Menschen verrichtet wird. Können Maschinen überhaupt Kunden Aufgaben abnehmen oder Probleme für sie lösen? Immer häufiger lautet die Antwort darauf: Ja! Insbesondere wenn man bedenkt, dass auch künstliche Intelligenz als eine Maschine betrachtet werden muss. Sprachroboter in Callcentern sind schon heute zum Teil nur noch schwer als solche zu unterscheiden. Künstlicher Intelligenz werden zudem sprunghafte Entwicklungen vorausgesagt, die Grenzen der Machbarkeit immer weiter verschieben werden.

Zu den Verdrängungsmöglichkeiten kommt noch ein enormes Potential für Überwachung und Steuerung von Beschäftigten hinzu. Durch die Einschränkung von Handlungsspielräumen und höheren Druck sinkt die Qualität der Beschäftigung und steigen psychische Belastungen.

Arbeit und Leben NRW hat vom 28.-30. September 2016 gemeinsam mit ver.di nach Berlin eingeladen, um die Digitalisierung der Dienstleistungsbranche zu thematisieren. Bei der Fachtagung „Arbeit und Dienstleistung 4.0“ wurde dort mit Expertinnen und Experten aus Gewerkschaften, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft über Auswirkungen und Gestaltungsmöglichkeiten diskutiert.

„Wie 3D-Druck, Roboter und Künstliche Intelligenz unsere Arbeitswelt erschüttern werden“ erläuterte Anke Domscheit-Berg, Publizistin und Netzaktivistin, in ihrem Impulsvortrag. Domscheit-Bergs Fazit: Bildung, Bildung und noch mehr Bildung. Zudem seien radikalere soziale Reformen unvermeidbar um den einschneidenden gesellschaftlichen Veränderungen zu begegnen. Nur so könne die digitale Zukunft auch eine gerechte werden.

In weiteren Beiträgen und anschließenden Diskussionen ging es unter anderem um Erkenntnisse aus der Wissenschaft, arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen, Diskurs und Praxis in Betriebsvereinbarungen, Beschäftigtendatenschutz sowie Beteiligung und Mitbestimmung in einer Arbeitswelt. Leitfragen waren dabei immer: Was verändert sich? Was wollen wir? Und wie können wir es mitgestalten? Die Referentinnen und Referenten kamen aus ganz unterschiedlichen Kontexten vom Fraunhofer Institut bis zum Institut für Autonomieforschung COGITO.

Die Fachforen gaben den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit den Austausch zu „Arbeitszeitregelungen, -orten und mobiler Arbeit“, „Qualifikation, Berufsausbildung und Dualem Studium“ oder „Leistungs- und Verhaltenskontrolle im Spiegel von Gesundheitsschutz“ in kleineren Gruppen zu intensivieren. Die Ergebnisse wurden anschließend im Plenum geteilt.

Nachdem Lothar Schröder Konzepte und Projekte der Gewerkschaften des ver.di-Bundesvorstands Vorgestellt hatte, wurden bei der abschließenden Podiumsdiskussion alle Stränge der intensiven drei Tage zusammengeführt. Dort standen Anke Domscheit-Berg, Josef Bednarski, Konzernbetriebsratsvorsitzender der Deutschen Telekom AG, und Benjamin Mikfeld, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Rede und Antwort. Die Antworten auf die Frage „Was muss getan werden?“, vielen sehr unterschiedlich aus. Klar wurde letztendlich: Die Digitalisierung wird das was wir daraus machen.