Wer erinnert und zu welchem Zweck? Wie kann es gelingen, die Erinnerungen in einem partizipativen Prozess an die nächste Generation weiterzugeben? Welche Visionen für eine gerechtere Zukunft können wir gemeinsam entwickeln?
Diese und andere Fragen rund um das Thema Erinnerungsarbeit stellen sich die 14 Teilnehmer*innen des Projekts OurStory, das Fachkräfte der politischen Bildung und des globalen Lernens mit dem Schwerpunkt Jugend aus Südafrika und Deutschland zusammenbringt.
Das Herzstück des Projektes bilden zwei Begegnungen und regelmäßigen Online-Treffen. Thematisch stehen dabei unter anderem die Erinnerung an den Kolonialismus, Ausbeutung und Apartheit im Zentrum, deren Folgen bis heute in Ländern des Globalen Südens deutlich sind. Auch die Nachwirkungen des Kolonialismus, der Weltkriege, der Shoah und der Diktatur in der ehemaligen DDR sind Gegenstand unseres Projektes. Auf den historischen Verwerfungen wachsen Ungleichheiten, Ausbeutung, Diskriminierung und Rassismus weiter. OurStory liegt die Überzeugung zu Grunde, dass eine aktive Erinnerungskultur die soziale, wirtschaftliche und politische Inklusion für benachteiligte Gruppen fördern und so Ungleichheiten entgegenwirken kann.
Mit Hilfe von Theatermethoden und Ansätzen der historisch-politischen Bildung beleuchten wir das Spannungsverhältnis von individuellem und gesellschaftlichem Erinnern. Bei den Begegnungen werden die Themen unter anderem bei Besuchen von Erinnerungsorten und -stätten reflektiert: Hierzu gehören das Apartheid Museum in Johannesburg oder der Alte Schlachthof in Düsseldorf, der an die dort verübten Verbrechen an jüdischen Menschen während der NS-Zeit erinnert. Das Erlebte verarbeitet die Gruppe gemeinsam in verschiedenen Workshops, die auch einen geschützten Raum für intensives Kennenlernen und das Teilen der eigenen Geschichte(n) bieten. Gemeinsamkeiten und Unterschieden der Erinnerungskulturen in beiden Ländern werden beleuchtet.
Ziel ist es, Handlungsoptionen für zukunftsfähige demokratische Gesellschaften zu entwickeln und die Teilnehmer*innen zu befähigen, positiven Einfluss auf ihre Communities bzw. Umfelder zu nehmen. Die Gruppe bereitet so den Weg für Jugendbegegnungen an diesen und anderen Erinnerungsorten.
Termine der Begegnungen:
In Südafrika: 14.09.2025 bis 27.09.2025
In Deutschland: April 2026
Gefördert durch
Mit Mitteln des
In Kooperation mit
Für den Inhalt dieser Publikation ist allein Arbeit und Leben DGB/VHS NRW e.V. verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt von Engagement Global oder des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wieder.


