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Grundbildung im Betrieb

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Laura Koczelnik
Bildungsreferentin
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MENTOPro

Patrick Körner
Bildungsreferent
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Sozialpartnerprojekt

Kai Schulz
Bildungsreferent
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Rund 6,2 Millionen Deutsch sprechende Erwachsene im Alter zwischen 18 und 64 Jahren haben Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben. Der Grundbildungsbereich von Arbeit und Leben nimmt sich diesem Problem an und arbeitet mit Betroffenen und Beteiligten an der Verbesserung der Situation.

Was ist eigentlich Grundbildung?

Grundbildung ist der Oberbegriff für eine Reihe von grundlegenden Kompetenzen, die Voraussetzung kultureller und gesellschaftlicher Teilhabe sind. Zu diesen Kompetenzen gehören Lesen und Schreiben, Rechenfähigkeit, Grundfähigkeiten im Umgang mit Computern und digitalen Medien, Gesundheitsbildung sowie soziale Grundkompetenzen.

Was ist arbeitsorientierte Grundbildung?

Arbeitsorientierte Grundbildung orientiert sich im engen Sinne an der Anwendungs- und Anforderungspraxis von Schriftsprachlichkeit im betrieblichen Alltag und schließt somit Alphabetisierung mit ein. Dementsprechend ist von „Grundbildungsbedarf“ im engen Sinne dann die Rede, wenn eine Person nicht genügend Lesen und Schreiben kann, um den Anforderungen zu entsprechen, denen sie täglich bei der Arbeit ausgesetzt ist; im weiten Sinne umfasst der Begriff auch noch weitere Kompetenzen, die fehlen, um den täglichen beruflichen Herausforderungen gewachsen zu sein.

Insofern die Komplexität und die technischen Anforderungen an das Arbeitsleben jährlich wachsen, verschärft sich das Problem geringer arbeitsorientierter Grundbildung zunehmend. Hierdurch entwickeln sich häufig sehr belastende Situationen für die Betroffenen und aus Angst vor negativen Konsequenzen (wie etwa einer möglichen Kündigung) versuchen sie meist, ihre Probleme und ihren Grundbildungsbedarf zu verdecken, was zu einem Teufelskreis führt, der mitunter dann tatsächlich Auswirkungen auf die Arbeitsstellen der Betroffenen hat.

Warum ist Grundbildung bzw. arbeitsorientierte Grundbildung wichtig?

Einige Jahre war für Grundbildungsbedarfe im engeren Sinne auch der Begriff „funktionaler Analphabetismus“ populär, doch angestoßen durch die LEO-Studie 2018 der Universität Hamburg – die zugleich die umfangreichste Datenquelle zu Grundbildungsbedarfen in Deutschland darstellt – wird mittlerweile unter Fachleuten von „geringer Literalität“ gesprochen.

1 von 7 Menschen im Arbeitsleben betroffen

Aus der LEO-Studie wissen wir, dass eine von sieben Arbeitnehmer*innen in Deutschland gering literalisiert sind, und dass hier Personen mit deutscher Muttersprache Mehrheit darstellen. Insofern die Komplexität und die technischen Anforderungen an das Arbeitsleben jährlich wachsen, verschärft sich das Problem geringer Literalität am Arbeitsplatz und damit arbeitsorientierter Grundbildung zunehmend. Hierdurch entwickeln sich häufig sehr belastende Situationen für die Betroffenen und aus Angst vor negativen Konsequenzen (wie etwa einer möglichen Kündigung) versuchen sie meist, ihre Probleme und ihren Grundbildungsbedarf zu verdecken, was zu einem Teufelskreis führt, der mitunter dann tatsächlich Auswirkungen auf die Arbeitsstellen der Betroffenen hat.

LEO-Studie

Grundbildung aus der Sicht der Betroffenen

Uns ist auch eine Sensibilisierung in einfacher Sprache wichtig – als Grundlagenwissen in vielen öffentlichen Einrichtungen, bei Personalverantwortlichen oder betrieblichen Interessenvertretungen.

Dazu haben wir hier einen kleinen Text aus dem Buch „Tomaten in der Badewanne“, (Tomaten in der Badewanne, Geschichten von Erwachsenen, die sich die Welt des Lesens und Schreibens erobern, Berlin, 2016) der verdeutlichen soll, was Menschen fühlen, die nicht richtig lesen und schreiben können.

Menschen wie wir!

Menschen wie wir

wollen nicht für doof gehalten werden.

Menschen wie wir

wollen nicht ausgenutzt werden.

Menschen wie wir

Wollen respektiert werden.

Menschen wie wir

wollen Hilfe bekommen.

Menschen wie wir

brauchen Verständnis.

Menschen wie wir

brauchen Zeit zum Lernen.

Menschen wie wir

wollen teilhaben an dieser Welt

Menschen wie wir

wollen leben wie alle Menschen auf dieser Welt.

Menschen wie wir

Sind Menschen mit vielen Talenten, wir können auch was.

Menschen wie wir

haben nur eine kleine Schwäche:

Wir können nicht gut lesen und schreiben.

Aber das darf nicht der Grund sein, uns auszuschließen aus eurer Welt.

(von Marion Karakelle)

Was macht Arbeit und Leben zu Arbeitsorientierter Grundbildung?

Wir unterstützen Menschen in NRW, die Grundbildungsbedarf am Arbeitsplatz haben. In der Arbeitswelt bringen der Strukturwandel und die Zunahme des Einsatzes digitaler Medien und Datenverarbeitungen neue Anforderungen an alle Beschäftigten mit sich, die mitunter sehr grundlegende Kompetenzen betreffen. Für einige Beschäftigte ergeben sich hierdurch große Herausforderungen, insbesondere, wenn sie deutliche Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben haben, was im Schnitt jede*n siebte*n Arbeitnehmer*in betrifft.

MentoPro
MENTOpro begleitet Unternehmen auf ihrem Weg, in allen Prozessphasen, die die Grundbildungssensibilität des Unternehmens ausbauen und langfristig verankern.