• (Geringqualifizierte) Arbeitnehmer:innen mit Weiterbildungsbedarf
• Arbeitnehmer:innen in substitutionsgefährdeten Berufsfeldern
• Betriebsräte und andere Mitbestimmungsorgane als Multiplikatoren
Nachhaltige und übertragbare Qualifizierungsangebote für innerbetriebliche Weiterbildungsmentor*innen im Rahmen der Zukunfts- und Erwerbssicherung von geringqualifizierten Beschäftigten in Deutschland.
Viele geringqualifizierte Beschäftigte stehen in einer sich rasch wandelnden Arbeitswelt vor großen Herausforderungen. Sie verfügen häufig über einen geringeren Bildungsstand, haben oftmals negative Lernerfahrungen gemacht und nehmen nachgewiesen seltener an Weiterbildungsmaßnahmen teil. Alles Risikofaktoren einer beruflichen Substitution durch Automatisierung und Digitalisierung. Gleichzeitig fehlen in vielen Unternehmen gezielte Strukturen, um diesen Beschäftigten den Zugang zu Weiterbildung zu erleichtern und ihnen berufliche Entwicklungsperspektiven aufzuzeigen.
Das Projekt ZukunftsWEGE setzt hier an und stärkt die Weiterbildungsbeteiligung und persönliche Chancenausnutzung von geringqualifizierten Arbeitnehmer*innen durch die Etablierung und Ausbildung innerbetrieblicher Weiterbildungsmentor*innen (WBM), ergänzt durch prozessunterstützende Weiterbildungspromotor*innen (WBP). Gemäß der „Förderrichtlinie zur Steigerung und Stärkung der berufsbezogenen Weiterbildung durch Qualifizierung und Etablierung von Weiterbildungsmentorinnen und -mentoren (WBM)“.
Mehrwert für Unternehmen und die Fachkräftesicherung
ZukunftsWEGE unterstützt Unternehmen dabei, durch niedrigschwellige Weiterbildungsinitiativen ihre Krisenresilienz zu stärken, indem es innerbetriebliche Weiterbildungsmentor*innen (WBM) qualifiziert und etabliert, um alle Beschäftigten aktiv in die Arbeitsplatz- und Zukunftssicherung einzubinden. Eine solche kollegiale Ansprache und Begleitung aktiviert und unterstützt gerade Arbeitnehmer*innen, die bestehende Angebote zur Selbsteinschätzung, wie die ProfiPASS-Initiative des Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (www.profilpass.de) oder Recherchewerkzeuge, wie meinNOW, das nationale Onlineportal für berufliche Weiterbildung (mein-now.de) der Bundesagentur für Arbeit bisher nicht nutzen konnten oder wollten.
ZukunftsWEGE adressiert die Ziele der BMBF-Förderrichtlinie zur Steigerung der berufsbezogenen Weiterbildung durch die Etablierung neuer innerbetrieblicher WBM-Strukturen sowie die Entwicklung und Durchführung bedarfsgerechter Qualifizierungsmaßnahme.
ZukunftsWEGE trägt dazu bei, die Weiterbildungsbeteiligung zu erhöhen und eine förderliche Weiterbildungskultur in Unternehmen nachhaltig zu verankern. Dies hilft den Unternehmen wie auch ihren Beschäftigten, sich auf die veränderten Anforderungen der globalen Ökonomie einzustellen und Beschäftigungsfähigkeit durch Weiterbildung langfristig zu sichern.
Zielgruppen und Zielsetzung
• Steigerung der Weiterbildungsbeteiligung
• Aufbau von nachhaltigen Mentoring-Strukturen
• Verbesserung der Karriereperspektiven und Employability
• Nordrhhein-Westfalen bietet eine große Dichte in der Logistikbranche, mit hohe Beschäftigtenzahlen und einen besonders starken Transformationsdruck.
• In Zustelldiensten, Spedition und Logistik arbeiten viele Beschäftigte mit erhöhtem Bedarf an Sprachförderung, Grundbildung und digitalen Basiskompetenzen.
• Die Pilotierung in dieser Branche ermöglicht praxisnahe, skalierbare Modelle, die anschließend auf andere Branchen und KMU übertragen werden können.
Aufbau eines nachhaltigen Mentoring-Systems, das substitutionsgefährdete Berufsgruppen unterstützt und alternative Karrierewege aufzeigt
ZukunftsWEGE unterstützt damit bestehende Personalentwicklungsstrategien. Die Innovationsfähigkeit der Unternehmen wird gesteigert und die Karriereperspektiven der Beschäftigten verbessert. ZukunftsWEGE will einen wesentlichen Beitrag zur Erwerbssicherung von Geringqualifizierten leisten und unterstützt die Nationale Weiterbildungsstrategie sowie die Zielsetzung des BMBFSFJ, die Weiterbildungsbeteiligung in Deutschland zu steigern.
2-Stufen-Modell (WBP & WBM)
Durch einen zweistufigen Ansatz werden innerbetriebliche Mentor*innen auf zwei Ebenen qualifiziert:
Als Weiterbildungspromotor*innen (WBP), bspw. auf Betriebsratsebene oder den Vertrauenspersonen, um strukturelle Veränderungen anzustoßen und mit allen beteiligten Organisationseinheiten Weiterbildung auch geringqualifizierter Mitarbeitender langfristig in betriebliche Prozesse zu integrieren. Diese Rolle erfordert fundierte Kenntnisse des Mitbestimmungsgesetzes und des Betriebsverfassungsgesetzes, um die rechtlichen Rahmenbedingungen aktiv mitgestalten zu können.
Als Weiterbildungsmentor*innen (WBM), welche die geringqualifizierte Kolleg*innen praxisnah und auf Augenhöhe ansprechen und begleiten, dabei Hemmschwellen abbauen und individuelle Weiterbildungswege aufzuzeigen. Für diese Rolle sind insbesondere empathische, diagnostische und systemische Beratungskompetenzen gefragt, um die Beschäftigten gezielt zu motivieren und in ihrer Entwicklung zu unterstütze
Dieser differenzierte Ansatz ermöglicht die gezielte Ansprache und Nutzung vorhandener Strukturen bei gleichzeitigem Aufbau neuer, ergänzender Möglichkeiten. Durch die klare Zuordnung von Verantwortlichkeiten wird sichergestellt, dass Teilaufgaben auf die betriebliche Interessenvertretung übertragen werden (= WBP), während neue Ressourcen für die individuelle Weiterbildungsbegleitung (= WBM) aufgebaut werden.
Auf diese Weise entsteht eine nachhaltige Weiterbildungskultur, die sowohl systemische Veränderungen im Unternehmen unterstützt als auch die Beschäftigten gezielt anspricht. Dieser Ansatz fördert eine ressourcenschonende Umsetzung, da vorhandene betriebliche Strukturen genutzt und sinnvoll mit neuen Angeboten verzahnt werden. Darüber hinaus wird sichergestellt, dass die spezifischen Kompetenzen und Fachkenntnisse der jeweiligen Rollen optimal genutzt werden.
Durchführung & Projektphasen
Die Qualifizierung erfolgt in hybriden Formaten, die innovative Lernmethoden wie E-Learning und Gamification integrieren und durch zeitliche und räumliche Variabilität Vereinbarkeitsbelange, beispielsweise für WBM in Teilzeit oder ehrenamtlicher Funktion, berücksichtigen. Die Entwicklung, Begleitung und Durchführung der Qualifizierungsmaßnahmen erfolgt sowohl in den Unternehmen vor Ort wie auch in zentralen Netzwerkveranstaltungen aller beteiligten Projektteilnehmenden, unterstützt durch eine Online-Lernplattform mit allen entwickelten Lernmedien. Die WBM lernen, niedrigschwellig zu beraten, Beschäftigte auch mit Grunddefiziten oder Lernhemmnissen zur persönlichen Weiterbildung motivieren und individuelle Entwicklungsperspektiven aufzeigen.
1. Bedarfsanalyse & Etablierung
Hürden und Bedarfe erfassen, Rollen klären, Schnittstellen zu Personalentwicklung und betrieblichen Akteuren abstimmen.
2. Qualifizierung
Rollenbezogene Module (hybrid), Tool-Set und Praxisaufgaben für WBP und WBM.
3. Implementierung & Begleitung
Einsatz der Rollen im Betrieb, Coaching/Supervision und formative Evaluation.
4. Transfer & Verstetigung
Good-Practice verdichten, Leitfaden/Toolbox erstellen, Transferformate und Anschlusswege in NRW-Netzwerken.

Gefördert als Weiterbildungsmentoring-Projekt vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) und wissenschaftlich-administrativ begleitet vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).


