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TANDEMS DÜSSELDORF

MIGRANTISCHE COMMUNITIES ALS VERMITTLER*INNEN

In Düsseldorf fanden mehrere Kennenlerngespräche mit Vertreter*innen aus Museen, der vhs und Akteur*innen der Stadt statt. Entwickelt hat sich eine enge Zusammenarbeit zwischen LUNA e.V. (Verein für geflüchtete Ukrainer*innen) mit dem Museum Kunstpalast sowie dem Stadtmuseum Düsseldorf. Bei diesen Tandems wurden sehr deutlich, wie wichtig der Einbezug der Perspektive von Adressat*innen ist, sowie von Menschen, die eng mit den Adressat*innen zusammenarbeiten. Schlüsselpersonen vernetzen, erklären, überzeugen, begleiten. Sie können sich als enge Vertraute und Berater*innen erweisen und so die Zusammenarbeit mit Adressat*innen positiv gestalten.


Kunstpalast Düsseldorf –
Kreatives Arbeiten und dialogische Führungen

Um Alltagsperspektiven für Geflüchtete zu schaffen und sie an neue Orte und die deutsche Sprache heranzuführen, wurde ein Konzept für dialogische Führungen in deutscher einfacher Sprache sowie einer anschließenden praktischen Arbeit im Palast Studio des Kunstpalastes entwickelt. Die Teilnehmenden lernten verschiedene Materialien und Kunstpraktiken kennen und konnten sich während der praktischen Arbeit auf Deutsch austauschen. Kombiniert wurde dies anfangs mit Sprach-Tandems deutschsprachiger Teilnehmenden. Die Kunstbetrachtung ermöglichte Sprechanlässe und praktische kreative Tätigkeiten förderten den persönlichen Austausch sowie einen selbstbewussten Umgang mit der deutschen Sprache. Aufgrund aufwendiger Sanierungsarbeiten im Kunstpalast konnten erste Führungen erst 2024 starten. Stattgefunden haben 7 Führungen mit ca. 105 Teilnehmenden. Das Interesse an dem Angebot ist sehr groß, daher werden auch über die Projektlaufzeit hinaus dialogische Führungen angeboten.

Im Düsseldorfer Kunstpalast wurde, wie bereits in Köln, eine Qualifizierung für Museumsguides und Kunstvermittler*innen angeboten. Sie erfuhren, wie Vermittlung
im Museum für Besucher*innen mit Deutsch als Fremdsprache (DaF) oder Deutsch als Zweitsprache (DaZ) zum Erfolg werden kann. Die Fortbildung fand im Herbst 2024 für alle Interessierten des Stadtmuseums und des Kunstpalastes statt.


Stadtmuseum Düsseldorf –
Entwicklung Methodensammlung

Das Stadtmuseums Düsseldorf schaut auf viel Erfahrung in der Arbeit mit Geflüchteten und Zugewanderten zurück. Das dortige Angebot „Willkommen in Düsseldorf“ bringt Geflüchteten und neuen Mitbürger*innen das Stadtmuseum mit der Stadtgeschichte sowie die Düsseldorfer Altstadt mit ihren Highlights näher. Anschließend an die Führungen gibt es Sprachcafés, um im lockeren Rahmen bei Tee und Plätzchen in einen Austausch zu kommen. Im Rahmen der Kooperation wurde dieses Angebot aufgenommen und ausgebaut. Eine Methodensammlung für dialogische Museumsführungen im Stadtmuseum wurde entwickelt. Das bisherige Angebot arbeitete eher mit geschichtlichen Ansätzen. Kreative, spielerische und sprachdidaktische Zugänge zu den Ausstellungsobjekten sollten jedoch auch ermöglicht werden. So wird Stadtgeschichte für Menschen erlebbarer, die sich derzeit noch im Sprachlernprozess befinden. Die ersten Führungen mit den neuen Methoden waren ein großer Erfolg. Entwickelt wurde die Methodensammlung, mit insgesamt 16 Methoden und einem Leitfaden, vom Künstler und Museumsguide Nils-Simon Fischer. Zu allen Methoden gibt es ein Arbeitsblatt. Alle Materialien können kostenlos im Downloadbereich heruntergeladen werden. Stattgefunden haben insgesamt 10 Führungen mit ca. 150 Teilnehmenden. Auch hier wird das Angebot in Kooperation mit LUNA e.V. fortgeführt.