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Berichte aus der Praxis & Presse

Kontakt

Pagonis Pagonakis
Bildungsreferent
Email: pagonakis@arbeitundleben.nrw
Telefon: 0211 - 938 00 16
Mobil: 0160-90598614
Fax: 0211 - 938 00 25

Unsere Berater*innen stehen regelmäßig als Expert*innen für Hintergrundberichte zur Verfügung. Auch das Projekt selbst ist Gegenstand von medialer Berichterstattung. Hier finden Sie alle Berichte aus der Praxis & Presse.

Sommer-Aktionen in der Fleischindustrie - Beschäftigte haben Angst Probleme im Betrieb anzusprechen

Im August 2022 haben wir unsere Reihe von Aktionen in der nordrhein-westfälischen Fleischindustrie fortgesetzt. Gemeinsam mit den jeweils zuständigen regionalen NGG-Gewerkschaftssekretären, dem NGG-Projekt „vorbeste romaneste“, Faire Mobilität und Faire Integration konnten wir an unterschiedlichen Standorten in NRW vor Werkstoren und Unterkünften sowie bei einer Betriebsversammlung mit Beschäftigten über ihre aktuellen Arbeitsbedingungen sprechen und sie über tarifliche und gesetzliche Regelungen aufklären.

 

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In Holzwickede, Emsdetten, Harsewinkel und Versmold haben wir an mehreren Tagen Arbeitnehmer*innen aus Bulgarien, Rumänien, Polen, Kroatien, Ungarn, Portugal und Nicht-EU-Staaten wie z.B. Nordmazedonien, Serbien und Moldawien erreicht, die sich über unsere Flyer und Informationsblätter gefreut haben.
Die Themen der Gespräche bei diesen August-Aktionen waren die Vorteile der tariflichen Regelungen in der Branche, der betriebliche und gewerkschaftliche Organisierungsgrad der Beschäftigten sowie die Themen Arbeitszeit, Kündigung und Bezahlung. Manche Fleischarbeiter*innen betonten, dass es ihnen an Ansprechpartnern im Betrieb fehlt, die ihre Sprache sprechen. Andere haben über die Angst gesprochen, die sie haben, wenn sie über Probleme im Betrieb reden möchten. Der Grund für die Angst ist bekannt – ein möglicher Jobverlust.
Wir behalten die Entwicklungen in der Fleischindustrie allgemein und in den einzelnen Betrieben im Fokus und werden weiterhin im Rahmen bevorstehender Aktionen mit den Beschäftigten über wichtige Neuentwicklungen sprechen und ihnen unsere Unterstützung bei Problemen anbieten.

"Die Niederlande müssen Verantwortung übernehmen“ - Arbeitsausbeutung in der deutsch-niederländischen Grenzregion macht landesweit Schlagzeilen

Das NRC Handelsblad, eine der wichtigen überregionalen meinungsbildenden Zeitungen in den Niederlanden, beleuchtet in einer Hintergrundreportage die Situation von Leiharbeiter*innen, die meist in der niederländischen Fleischindustrie arbeiten, aber in Deutschland untergebracht werden. Mehrere Razzien deutscher und niederländischer Behörden in den letzten Monaten hatten oftmals unhaltbare Wohn- und Arbeitsbedingungen ans Tageslicht gebracht.

 

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Seit über zwei Jahren ist unser Projekt in der Grenzregion aktiv, sucht immer wieder Unterkünfte auf und ist am Aufbau grenzüberschreitender Unterstützungsstrukturen mit deutschen und niederländischen Behörden, Gewerkschaften und Beratungsprojekten in Zusammenarbeit mit dem NRW-Arbeits- und -Bauministerium beteiligt.

Für die Reportage wurde auch auf Erkenntnisse unseres Projektes zurückgegriffen. Zitat aus dem Artikel:

"Momentan wird die Grenzregion strategisch genutzt, und die Leiharbeitsfirmen schauen, wo sie am meisten profitieren können. Menschen aus Osteuropa werden also nicht als echte Menschen, sondern als Produktionsmittel betrachtet. Das muss aufhören. Die Niederlande müssen Verantwortung übernehmen."

Den Artikel vom 06. September 2022 in niederländischer Sprache können sie hier als PDF herunteladen oder online auf der Internetseite des NRC Handelsblad lesen.

 

„Wenn Sie wüssten, an wie vielen Nächten ich in dieser Kabine geweint habe…“

Ein rumänischer Berufskraftfahrer spricht offen über die Kehrseiten seines Berufs bei einer Informationsaktion am 22.07.2022 im Dortmunder Amazon-Gewerbegebiet.

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Über die Bezahlung scheint sich keiner der angetroffenen Fahrer groß zu beschweren. Im Vergleich zu dem, was andere Bekannte in den Heimatländern in unterschiedlichen Branchen verdienen, beträgt ihr Lohn sechs-, siebenmal so viel. Die Krux dabei: Die niedrige Rente werden alle ähnlich bekommen, wenn sie sich nicht anderweitig privat dazu versichert haben. Denn nach wie vor gilt für Berufskraftfahrer aus Osteuropa oder aus dem Baltikum, dass sie vertraglich den Mindestlohn im Heimatland oder dem Land, wo der Arbeitgeber den Sitz hat, bekommen. Zusätzlich werden Spesen von 60 bis 80 EUR pro Tag ausgezahlt. Sozialversicherungsbeiträge werden nur für den Mindestlohn entrichtet, die Spesen bleiben abzugsfrei. Bei Krankheit oder Urlaub wird nur der Mindestlohn gezahlt, manchmal nicht einmal das.
Zudem sind da noch die Beschwerden über die fehlende Infrastruktur. Schwer verständlich, wie man so vielen Fahrern nur zwei Toiletten zur Verfügung stellt. Manche haben längere Wege bis dahin zu laufen, wenn sie am anderen Ende der Straße oder in einer Seitenstraße einen Stellplatz gefunden haben. Unverständnis zeigen Fahrer auch dafür, dass die einst vorhandene Dusche auf dem amazon-Gelände vor einiger Zeit geschlossen wurde. Sie kann von den Fahrern nicht benutzt werden, die Gründe sind ihnen nicht bekannt. Wie soll etwas Elementares wie die menschenwürdige Hygiene im Hochsommer ohne Dusche gewährleistet werden? Ein angetroffener Fahrer wartete schon seit sieben Tagen im Gewerbegebiet auf die nächste Tour und hatte noch keinen Termin in Sicht, wann er einen Auftrag bekommen soll. Sieben Tage ohne die Möglichkeit, sich zu duschen, in Deutschland im Jahr 2022.
Ohne videoüberwachte Parkplätze fällt es den Fahrern schwer, ihre LKWs stehen zu lassen. Sie fürchten sich vor Diebstählen – der Waren, des Kraftstoffs, ihrer persönlichen Sachen - in der Kabine. Somit verbringen sie lange Zeit um, vor und in den Kabinen. Nachts werde es besonders schwer; die Sehnsucht nach der Familie ist groß und die Einsamkeit überkommt den einen oder anderen.
Diese Geschichten wiederholen sich seit Jahren, Verbesserungen sind kaum zu merken. In den geführten Gesprächen haben viele bekannte Probleme wieder Gehör bekommen. Unsere Beraterin aus der Dortmunder Beratungsstelle war mit Berater*innen von Faire Mobilität, Faire Integration, ver.di PSL, einem Betriebsratskollegen bei amazon und dem SPD-Bundestagsabgeordneten Jens Peick im Dortmunder Gewerbegebiet unterwegs und sprach mit rumänischen Fahrern. Viele kannten ihr Recht nicht, dass ihnen für die Arbeitszeit in Deutschland den deutschen Mindestlohn von aktuell 10,45 EUR brutto pro Stunde zusteht. Auch die Möglichkeit der rückwirkenden Geltendmachung von Lohnansprüchen aus den letzten drei Jahren kannten sie nicht.
Unsere Informationsaktionen zusammen mit unseren Kooperationspartnern werden wir im Sinne unseres Auftrages fortsetzen. Die Hoffnung bleibt, dass sich auf lokaler und politischer Ebene Verbesserungen der Arbeits- und Lebensbedingungen der Berufskraftfahrer anbahnen. Man muss dieser beschämenden Situation ein für alle Mal einen Riegel vorschieben.

 

Rauhes Klima auf deutschen Erdbeerfeldern – Infoaktion bei landwirtschaftlichen Betrieben klärt über Arbeitnehmerrechte auf

Am 23. Juni 2022, waren unsere Fachberater*innen, gemeinsam mit Kolleg*innen von der DGB-Region NRW Süd-West, der IG BAU Rheinland sowie aus dem Kooperationsprojekt Faire Mobilität und der Beratungsstelle Arbeit in Düren unterwegs. Bei der Infoaktion auf den Feldern und den Unterkünften mehrerer Obsthöfe in der Aachener-Region haben sie insgesamt rund 150 Personen erreicht. Dabei handelte es sich überwiegend um Menschen aus Rumänien, aber auch Bulgarien, der Ukraine, Kirgisistan und Usbekistan. Dabei wurden auch zahlreiche Student*innen aus Kirgisistan und Usbekistan angetroffen, die für die als Saisonkräfte nach Deutschland gekommen sind, was eine so zuvor nicht beobachtete Besonderheit darstellte. Bei der muttersprachlichen Beratung bestand die Möglichkeit, sich über rechtkonforme Arbeitsverträge, Fragen rund um Arbeitszeit und Logis zu informieren. Die Hürden bei dieser aufsuchenden Beratung sind jedoch hoch.

 

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„Bitte sprechen sie mich nicht an, sie beobachten uns ständig.“, gab eine Beschäftigte bei der Aktion zu verstehen. Diese Reaktion ist keine Seltenheit und legt ein grundsätzliches Problem offen. In Anwesenheit der Vorarbeiter*innen erzählen die Beschäftigten, dass alles in Ordnung ist. Die Formulierungen ähneln sich dabei stark und wirken einstudiert: es wird täglich genau acht Stunden gearbeitet und dafür ein fairer Stundenlohn gezahlt. In den wenigen unbeobachteten Momenten zeichnet sich dann jedoch ein anderes Bild. Die Saisonarbeiter*innen berichteten beispielsweise, dass drei Kisten mit je 7 Kg Erdbeeren in einer Stunde geerntet werden müssen und die Bezahlung an die Erbringung der Leistung gekoppelt ist. Das stellt faktisch einen Akkordlohn dar, welcher erfahrungsgemäß den Mindestlohn unterläuft. Sie berichteten zudem, dass der Arbeitstag um 5 Uhr morgens anfängt und erst um 17 oder 18 Uhr endet – unterbrochen von nur zwei oder drei zehnminutigen Pausen. Die bei der Aktion geschilderten Zustände sind leider keine Ausnahme, es handelt sich um branchenspezifische Probleme, die bei zahlreichen Obsthöfen anzutreffen sind.
Bei einem Betrieb wurden im Laufe der Aktion erhebliche Unregelmäßigkeiten nachweislich festgestellt. Der Stundelohn betrug lediglich 6 Euro, davon wurden zudem 150 Euro pro Person für die Unterbringung in einem Container mit vier oder fünf Betten abgezogen. Der wöchentliche ausgezahlte Vorschuss von 50 Euro reichte kaum für die Lebensmittelversorgung aus, führte aber dazu, dass manche Beschäftigte nach fünf Arbeitswochen keine weitere Auszahlung bekamen. Eine Lohnabrechnung? Fehlanzeige.
Die Infoaktion verdeutlicht erneut, wie dringend die aufsuchende Beratungsarbeit für die ansonsten abgeschottete Zielgruppe notwendig ist. Einerseits um den Menschen zu helfen, andererseits aber auch um die ausbeuterische Praxis zu dokumentieren und bei zuständigen Kontrollbehörden sowie Gewerkschaften anzuzeigen. Das Klima gegenüber den Berater*innen wird dabei zunehmend rauer, was die Arbeit weiter erschwert. Einige Landwirte versuchen aktiv zu verhindern, dass jegliche Informationen zu Arbeitnehmerrechten „ihre Menschen“ erreichen. Bei der vorliegenden Aktion mündete das in als bedrohlich empfundenen, mindestens aber grob ungebührlichen Handlungen seitens eines Bauern. Die gemachten Erfahrungen werden jetzt aufgearbeitet und die Beratungsarbeit angepasst. Das bedeutet aber keineswegs, dass es zukünftig weniger Aktionen geben wird. Im Gegenteil ist eine Intensivierung geplant, denn auch bei landwirtschaftlichen Betrieben muss Arbeitsrecht gelten und menschenwürdige Arbeitsbedingungen durchgesetzt werden.

 

Verstöße gegen Arbeits- und Menschenrechte aufgedeckt

Landwirtschaftsaktionen im Rheinland

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Am 3. Juni 2022 waren unsere Berater*innen aus den Projekten  `Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten´ und `Arbeitsmigration fair begleiten´ zusammen mit Kolleg*innen von Faire Mobilität, DGB -Aachen, DGB-Region NRW Süd-West, der Gewerkschaft IGBAU und den Beratungsstellen Arbeit in Heinsberg, Warendorf und Münsterland unterwegs, um Saisonkräfte über ihre Rechte zu informieren. Im Laufe der Aktionen wurden mehrere Obsthöfe besichtigt und mehrere hundert Personen erreicht. Die Mehrheit der Beschäftigten stammte aus Rumänien und teilweise aus der Ukraine, Polen und Bulgarien. Viele Saisonarbeiter*innen werden in der Regel durch private Vermittlung und weniger durch Agenturen nach Deutschland angeworben.
Besonders eklatant in diesem Arbeitsbereich ist, wie erschwert der Zugang zu den Beschäftigten ist. Die Felder und die Unterkünfte - die Unterbringung erfolgt überwiegend in Containern - sind häufig nicht erreichbar und stehen manchmal eingezäunt auf Privatgelände.

Das Beratungsteam musste immer wieder die Erfahrung machen, nicht leicht mit den Saisonarbeiter*innen ins Gespräch kommen zu können. Die Menschen sind eingeschüchtert und verängstigt und oft verweigern sie einen direkten Kontakt oder offen über ihre Probleme vor Ort zu sprechen. Es war nicht zum ersten Mal, dass die Beschäftigten gesagt haben, wie die Chefs ihnen verbieten, mit Fremden zu sprechen. Reaktionen wie ‚‚Wir wurden von unserem Chef gewarnt, nichts anzunehmen und mit niemandem zu sprechen, sonst haben wir Probleme“ oder „Ich möchte meinen Arbeitsplatz nicht verlieren, ich kann Euch nichts sagen, der Chef guckt mich an“ kamen oft vor. Ausführliche Beratungsgespräche folgen erfahrungsgemäß selten im Rahmen dieser Aktionen. Ziel ist aber Infomaterialen zu verteilen und Informationen über das Herkunftsland, die Beschäftigungsdauer und die Arbeitszeit diskret mit kurzen Fragen an die Beschäftigten zu recherchieren.  

Ausnahmen zu dieser Vorgehensweise waren bei Betrieben feststellbar, wo die Mitarbeiter höchst unzufrieden und wütend wegen katastrophaler Arbeitsbedingungen waren. An einem Erdbeerhof in der Region Aachen stellt sich die Situation schon seit einigen Jahren negativ dar. Im Laufe der Zeit haben sich die Beschäftigten über schlechte Arbeitsbedingungen, niedrige Auszahlung und fragwürdige Lohnauszüge beschwert.
Der intensive Beratungsbedarf und häufige Hilfeaufrufe in dringenden Fällen an unsere Beratungsstellen in den vergangenen Wochen, waren der Hintergrund für den gezielten Besuch dieses Hofes. Die große Unzufriedenheit hat die Menschen offenbar motiviert, gesprächsbereit, offen und mutig zu sein.  Ihre Anliegen gehen über die Grenzen der Rechtmäßigkeit hinaus bis zu klaren Hinweisen auf Arbeitsrechtsverstöße. Nebst üblichen und spezifischen ausbeuterischen Verhaltensmustern in der Saisonarbeit, wie unerträgliche Arbeitszeiten bis zu 12 Stunden täglich mit nur 15 Minuten Pause, Akkordarbeit, Auszahlung unter dem Mindestlohn - lediglich 100 Euro wöchentlich und einige Endzahlungen zwischen 200 und 500 Euro - sowie fragwürdige Lohnabzüge, haben besonders widrige Umstände im Zusammenhang mit dem Gesundheitsschutz beunruhigt. Fristlose Kündigung und Arbeitszwang im Krankheitsfall oder Untersagung des Anrechtes auf medizinische Versorgung deuten sogar auf offensichtliche Menschenrechtenverstöße hin. Erschöpft und verzweifelt haben die Menschen ihre Anliegen an die Presse gebracht und mithilfe von unseren Berater*innen wurde über den Fall in WDR-Lokalzeit Aachen berichtet. Die Reportage ist unter Titel ´Erdbeer-Erntehelfer:innen klagen über schlechte Arbeitsbedingungen‘ hier zu sehen:  
https://www1.wdr.de/fernsehen/lokalzeit/aachen/videos/video-lokalzeit-aus-aachen---1796.html

Die Aussagen der Betroffenen sowie Fotos und Dokumente wurden zudem an die Kontrollbehörden weitergeleitet.

Aufgrund der genannten Vorkommnisse werden weitere Aktionen in Nordrhein-Westfalen stattfinden, um dieser benachteiligten  und teilweise isolierten Beschäftigungsgruppe Hilfe und Unterstützung anzubieten.

Fotos:

©: Patrique Degen

Unterwegs auf Feldern im Münsterland und Warendorf

Informationsaktion für Saisonarbeitskräfte aus Osteuropa

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Einige Bauern im Münsterland hatten sich neulich über niedrige Erdbeerpreise, besonders verursacht durch Waren aus südlichen Ländern oder feste Spottpreise des Einzelhandels, in einem WDR-Beitrag beschwert. Außerdem sei es jedes Jahr immer schwieriger, Saisonarbeiter*innen zu finden, die unter diesen Bedingungen und für die niedrigen Löhne, oft im Akkord, arbeiten möchten. Manche kündigten sogar an, dass sie ihre Erdbeerfelder noch schreddern und anstelle dessen Mais dieses Jahr pflanzen wollten.
Vor diesem angespannten Hintergrund kam die Frage auf, wie es den Saisonarbeitskräften in der Situation geht und wie sich die Lage für sie auswirkt. Zusammen mit der IG BAU Westfalen, Faire Mobilität, Faire Integration sowie den Beratungsstellen Arbeit in Münster und Warendorf haben Berater*innen in den Projekten „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ und „Arbeitsmigration fair begleiten“ an einer Informationsaktion für die Saisonbeschäftigten teilgenommen. Dank akribischer Recherche vor Ort konnten wir im Münsterland auf allen anvisierten Feldern ca. 65 Arbeiter*innen antreffen, die aus Rumänien und der Ukraine kommen.   
Zeit für lange Gespräche gab es nicht, besonders weil Vorarbeiter*innen anwesend waren. Die Saisonbeschäftigten stachen Spargel oder ernteten die Erdbeeren, an einem Feld waren sie gerade fertig und warteten die Abfahrt in einem überdachten Anhänger eines Treckers ab. Hier beobachteten wir, dass Abstände und Hygienevorschriften nicht eingehalten wurden. Wir haben an die etwa zwanzig rumänischen Beschäftigten Informationsflyer verteilt und ihnen versichert, dass sie sich an uns wenden können, wenn sie in Schwierigkeiten geraten oder Fragen zu ihren Arbeitsverhältnissen haben.
Auf einem Feld trafen wir ungefähr zehn Frauen aus der Ukraine an, die mit ihren Kindern in Deutschland waren, und die seit mehreren Jahren zu dem Hof zur Arbeit kamen. Auch rumänische Saisonbeschäftigte berichteten, dass sie seit mehreren Jahren zu demselben Hof kämen. Manche Beschäftigte gaben leicht zu verstehen, dass nicht alles perfekt sei, jedoch entstand der allgemeine erste Eindruck, dass es bei den besuchten Höfen keine großen Probleme gäbe. Da die Erdbeersaison bis spätestens September andauern kann, werden wir abwarten, ob es Rückmeldungen von Saisonarbeiter*innen in diesen Regionen geben wird. Diese werden wir dementsprechend dokumentieren und in Zusammenarbeit mit den Behörden, der zuständigen Gewerkschaft und den lokalen Netzwerkpartnern versuchen zu klären.

 

Fotos:

©:Patrique Degen

Nöte der mobilen Beschäftigten aus Bulgarien im Fokus

Hochrangige Konferenzen bilanzieren bilaterale und europäische Kooperation

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Als Teil des bundesweiten Arbeit und Leben Beratungsnetzwerks „Gute Arbeit“ nahmen wir am 12. Mai 2022 an der Bilanzierung der bilateralen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Bulgarien im Rahmen einer Konferenz im Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Berlin teil. Da faire Arbeitsbedingungen für mobile Beschäftigte leider immer noch keine Selbstverständlichkeit sind, trafen sich an diesem Tag in der Hauptstadt Akteure aus Bulgarien und Deutschland sowie Vertreter*innen von internationalen Institutionen bzw. Organisationen – unter anderem BMAS, Zoll, SOKA BAU, die Botschafterin Bulgariens, der stellvertretende bulgarische Arbeitsminister, die bulgarische Arbeitsagentur und Arbeitsinspektion, die International Labour Organization und European Labour Authority. Die Themen drehten sich um Erfolge und Herausforderungen in der Zusammenarbeit, wobei eine zentrale Frage in den Diskussionen der bessere Schutz der Rechte der Beschäftigten darstellte. Dabei ging es nicht nur um die Möglichkeiten, die die gut vernetzten Beratungsstrukturen in Deutschland anbieten, sondern auch um präventive Aufklärungsarbeit vor Ort in Bulgarien.
Eine praktische Fortsetzung der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Bulgarien war eine Woche später am 19.05. ein Treffen in Düsseldorf mit Vertreter*innen der bulgarischen Arbeitsinspektion, an dem unsere beiden Projekte „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ und „Arbeitsmigration fair begleiten“ sowie das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW teilnahmen. Des Weiteren haben wir an diesem Tag gemeinsam mit der Gewerkschaft IG BAU ein Gespräch mit Reinigungskräften bulgarischer Herkunft über ihre Arbeitsbedingungen am Flughafen Düsseldorf organisiert. Im Austausch mit der Delegation aus Bulgarien ging es um die Beratungsstruktur in Nordrhein-Westfalen und wie die Zusammenarbeit zur Aufklärung und Durchsetzung von Arbeitnehmer*innenrechte verbessert werden kann. Die Schnittstellen der Zusammenarbeit mit der bulgarischen Arbeitsinspektion stellten damit einen weiteren Schwerpunkt der Gespräche dar. Die Fragen nach regelmäßig angepassten Maßnahmen zwecks besserer Erreichbarkeit der Arbeitskräfte sowie die bessere Zusammenarbeit der verschiedenen beteiligten Akteure in beiden Ländern werden weiterhin im Mittelpunkt unserer Bemühungen nach fairen Arbeitsbedingungen für die mobilen Beschäftigten stehen.

 

Saisonarbeit: Faire Arbeit jetzt

Die diesjährige Landwirtschaftssaison ist im vollen Gange.

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. Die IG BAU gibt im folgenden Artikel einen Überblick über die wichtigsten Fakten und Missstände, aber auch Unterstützungsmöglichkeiten, bezgl. Saisonarbeitskräfte aus gewerkschaftlicher Perspektive. Darin erwähnt ist auch unser Arbeit und Leben Beratungsnetzwerk „Gute Arbeit“:

https://igbau.de/Saisonarbeit-Faire-Arbeit-jetzt.html

 

Info-Aktion bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück

1000 Beschäftigte über ihre Rechte aufgeklärt

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Wir haben vor dem Werkstor des größten Fleischproduzenten in Deutschland wieder Präsenz gezeigt: Gemeinsam mit der NGG, Region Ostwestfalen-Lippe, dem rumänischsprachigen Aktionsteam NGG vorbeste romaneste und Faire Mobilität haben wir am 23. Mai ca. 1000 Beschäftigte der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück über aktuelle betriebliche Themen und ihre Arbeitnehmer*innenrechte aufgeklärt sowie Flyer und Informationsblätter verteilt. An den Informationsständen und auf dem Parkplatz konnten wir vor allem Menschen aus Rumänien, Bulgarien und Polen erreichen, mit denen wir über Entwicklungen rund um ihre Arbeit gesprochen haben. Somit hatten die Fleischarbeiter*innen die Möglichkeit, ihre Fragen direkt vor Ort an uns zu richten. Die Beschäftigten, die schon länger im Betrieb arbeiten, erwähnten als positive Veränderung, dass man nicht mehr so lange wie früher arbeiten müsse: Dies sei eine Folge des Arbeitsschutzkontrollgesetzes, das am 01. Januar 2021 in Kraft getreten ist. Jedoch beklagten sich manche – vor allem neue Beschäftigte- über die Geschwindigkeit der Fließbänder, mit deren Tempo sie Schwierigkeiten hätten. Unsere Gesprächspartner*innen berichteten außerdem über viele befristete Verträge, die nicht verlängert würden. Im Ausland werden immer wieder neue Arbeitskräfte angeworben und gerade für die Neuzugewanderten ist es aufgrund der hohen Fluktuation sehr wichtig, bei solchen Aktionen von unserem kostenlosen Beratungsangebot zu erfahren. Des Weiteren waren steigende Mietkosten und der neue gesetzliche Mindestlohn ab Oktober weitere wichtige Themen während der Aktion. Die Arbeitnehmer*innen waren beunruhigt und gaben an, dass die pauschale Miete bis Oktober 2022 in zwei Schritten auf insgesamt 44 % erhöht werden solle. Daher hielt sich die Freude über die beschlossene Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro ab Oktober 2022 in Grenzen.
Wir bleiben auch in Zukunft eng an den Themen der Beschäftigten und werden unsere kostenlose und unbürokratische Unterstützung in verschiedenen Sprachen weiter unter ihnen bekannt machen.

Über 2000 Beschäftigte an Amazon-Standorten informiert Zahlreiche Meldungen über Missstände und Verstöße

Unsere Berater*innen im Projekt "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten" haben zusammen mit Kolleg*innen von ver.di, Faire Integration, Faire Mobilität und den Beratungsstellen Arbeit über 14 Tage hinweg zahlreiche Beschäftigte an Amazon-Standorten in Nordrhein-Westfalen aufgesucht: An zehn Amazon- Verteilzentren, unter anderem in Aachen, Wuppertal, Bielefeld und Bochum, wurden über 2.000 Kurierfahrer*innen erreicht - und mithilfe von mehrsprachigen Informationsmaterialen über ihre Arbeitsrechte aufgeklärt.
 

 

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Die Verteilaktionen liefen nicht immer uneingeschränkt ab: An einigen Standorten haben Vertreter von Subunternehmern oder Standortleitungen versucht, die Durchführung der Aktion zu erschweren, indem sie Kurierfahrer*innen untersagten, unser Informationsmaterial entgegen zu nehmen.
Eine Vielzahl von Beschäftigten, die überwiegend für Subunternehmen arbeiten, drückten Unzufriedenheit über prekäre Arbeitsbedingungen aus.  Sie berichteten von unbezahlten Arbeitsstunden, enormen Zeitdruck, unerreichbare Kontingente bei der Paketzustellung – bis zu 280 Stück am Tag – ungerechtfertigte Lohnabzüge und unsichere Arbeitsplätze. Dazu würden verschiedene Vertragsstrafen und Sanktionen wegen angeblicher "Fehler" bei den Zustellungsprozessen verhängt. Auf diese Weise wird in diesem Outsourcing-System häufig der gesetzliche Mindestlohn unterschritten und die Beschäftigten sind in vielerlei Hinsicht benachteiligt.
Unsere Informationsoffensive wurde von den Kurierfahrer*innen sehr begrüßt, schon kurz danach meldeten sich viele Beschäftigte in unseren Beratungsstellen und beschwerten sich über Arbeitsrechtsverstöße, denen wir nun nachgehen.

Erneut Razzia in Leiharbeiter*innenunterkünften

In Goch am Niederrhein haben Polizei, Staatsanwaltschaft und Arbeitsschutzbehörden aus Deutschland und den Niederlanden mehrere Unterkünfte von Leiharbeitern kontrolliert.
Nach Angaben der Polizei waren mehrere hundert Kräfte in dem Ort an der deutsch-niederländischen Grenze im Einsatz.

 

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Die Behörden stellten in den Sammelunterkünften unter anderem erhebliche Brandschutzmängel und eine Überbelegung fest. Die WDR-Lokalzeit Duisburg berichtete dazu am 09.05.22 und befragte auch unseren Projektkoordinator:

https://www1.wdr.de/fernsehen/lokalzeit/duisburg/videos/video-lokalzeit-aus-duisburg---1596.html

Bereits vor einigen Monaten hatten deutsche und niederländische Behörden Leiharbeiterwohnungen in Geldern und Emmerich kontrolliert. Alle überprüften Unterkünfte waren danach wegen erheblicher Bauverstöße geschlossen worden. Laut NRW-Bauministerium sind im Kreis Kleve schätzungsweise 2000 Arbeitsmigrantinnen und -migranten von prekären Arbeitsbedingungen betroffen.

Zu viele LKW, mangelhafte Infrastruktur - Unwürdige Bedingungen für Europas Berufskraftfahrer

Im dritten Monat nach dem Inkrafttreten des Mobilitätspaket, ein EU-Gesetzespaket zur Regelung der Arbeitsbedingungen und -sicherheit von Berufskraftfahrer*nnen, wollten wir uns selbst ein Bild vor Ort machen, wie dieses in die Realität umgesetzt wird. Dafür sind wir zusammen mit Kolleg*innen von Faire Mobilität, Faire Integration, der Betriebsseelsorge Aachen und ver.di am 30. April 2022 nach Mönchengladbach und Nettetal gefahren, wo wir in Gewerbegebieten mit LKW-Fahrern aus Rumänien, Polen, Russland, der Ukraine oder Litauen ins Gespräch kamen.

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Die intensiven Unterhaltungen drehten sich um das Mobilitätspaket, Bezahlung, Arbeitsbedingungen, Altersvorsorge und über das heikelste Thema bei allen angetroffenen Fahrern: die fehlende soziale Infrastruktur.

Dieses Problem zog sich von Gespräch zu Gespräch wie ein roter Faden durch, das für prekäre Arbeitsbedingungen sorgt: Die Fahrer berichteten darüber, dass sie lange nach einem Park- oder Stellplatz suchen müssen, sodass sie nicht selten die zulässige Höchstlenkzeiten überschreiten. Bei Kontrollen der zuständigen Behörden werde zwar Verständnis für die allgemein bekannte Situation verbal signalisiert, jedoch werden weiterhin Bußgelder verhängt. Viele Fahrer boten ihre Bereitschaft an, für die Rast- und Stellplätze zu zahlen, wenn ihnen nur würdige Bedingungen zur Verfügung gestellt würden wie z.B. saubere, ausreichende und in der Nähe sich befindende Toiletten sowie Duschen oder Wasseranschlüsse, Wasch- und Einkaufsmöglichkeiten. Manche sprachen sich für videoüberwachte Rastplätze aus, auf denen sie ihre Ruhezeit verbringen können, um so keine Angst vor Diebstahl von Kraftstoff oder Ladung zu haben. Besonders in der Grenzregion an der A61 soll es vermehrt Diebstähle geben, weil es die Diebe leicht haben, schnell unterzutauchen.

Manche Fahrer sind sehr reflektiert und durchschauen klar die teilweise ausbeuterischen Systeme mancher Logistikriesen. Sie baten darum, ihre Unzufriedenheit und Anregungen an die lokalen Verwaltungsbehörden heranzutragen, die ihrem Empfinden nach die Genehmigung für den Bau von großen Logistikzentren ausstellen sollten, nachdem sie ihnen einen konkreten Plan für die Versorgung der liefernden Fahrer vorgelegt haben. Alles andere würde zu chaotischen Situationen führen, die oft anzutreffen seien.

Ein anderer rumänischer Fahrer zeigte sich sehr enttäuscht über die fehlende Wertschätzung für alle LKW-Fahrer, die eigentlich der Motor der europäischen Wirtschaft seien. Er verglich ihre Funktion mit dem Blut, das in die Ader eines Körpers fließe. Dass sie in Gewerbegebieten parken müssen, weil alles andere überbelegt sei, und dabei keinen Zugang zu den grundlegenden sanitären Anlagen haben, empfand er als erniedrigend.

Im Nettetal wurde die Aktion von dem Lokalpolitiker Manuel Britsch begleitet, der ins Gespräch mit den Fahrern kommen und aus erster Hand wissen wollte, was ihnen fehlt. Er wolle sich für die Verbesserung ihrer Situation vor Ort im Rahmen der Möglichkeiten einsetzen. Klar wurde, dass wenige Fahrer tatsächlich in der Nähe Lieferaufträge haben, sie verbringen ihre Ruhezeit eher dort, weil sie sich einigermaßen sicher fühlen, fußläufige Einkaufsmöglichkeiten haben oder Kosten für die Maut sparen. 

In unseren Gesprächen gaben viele Fahrer an, das neue Mobilitätspaket einzuhalten, jedoch gab es auch einige, die berichteten, dass Arbeitgeber sie zwingen würden, länger als acht Wochen zu fahren und es auf eine Kontrolle ankommen lassen sollten. Außerdem berichteten Fahrer einer polnischen Spedition, die in Deutschland eingesetzt sind, dass sie nach Einführung des Mobilitätspakets den gesetzlichen Mindestlohn erhalten, allerdings würden nun keine Spesen mehr ausbezahlt. Ob dies eine Tendenz ist, wird sich nach weiteren Aktionen und Gesprächen mit Fahrern zeigen.     

Fortsetzung der Info-Aktionen in der Landwirtschaft - Beschwerden über Arbeits- und Menschenrechtsverstöße

Am 28. April 2022 waren unsere Berater*innen, gemeinsam mit Kolleg*innen von Faire Mobilität und dem DGB–Kreisverband Viersen, zu weiteren Info-Aktionen in der Region Aachen unterwegs.
 

 

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Im Laufe des Tages sind Beschäftigte von mehreren Obsthöfen - davon Spargel-, Erdbeer- und Salatanbau – über Ihre Rechte informiert worden. Hierbei ging es um Themen wie Mindestlohn, Akkordzahlung, Lohnabzüge, Arbeitszeit, Unterkunft und Krankenversicherung. Die Menschen waren, insbesondere im Beisein von Vorarbeiter*innen und Hofbesitzer*innen, oft zurückhaltend und verängstigt bei den Gesprächen, haben unsere Flyer aber dankend entgegengenommen.
Die Mehrheit der Betroffenen kommt aus Rumänien oder aus Polen. Die intensive Arbeit, insbesondere in der Spargel- oder Erdbeersaison und die Abhängigkeit von den Arbeitgebern bei der Unterbringung beziehungsweise beim Transport, schottet die Menschen oft ab, so dass sie kaum Kontakte außerhalb des landwirtschaftlichen Betriebes oder Zugang zu Informationen über ihre Arbeitsrechte haben.
Wir stellen häufig fest, dass vielen Beschäftigten nicht klar ist, wie die Akkordarbeit in Zusammenhang mit dem Mindestlohn funktioniert und wie es sich mit der sozialen Absicherung bei kurzfristiger Beschäftigung verhält.
Im Nachgang zu unseren ersten Aktionen haben sich bereits mehrere Betroffene bei unseren Beratungsstellen gemeldet: Sie berichten über zum Teil massive Arbeits- und Menschenrechtsverstöße, die ein Einschalten der Arbeitsschutzbehörden notwendig machen.
Um den Missständen entgegenzuwirken, werden wir weitere Landwirtschaftsaktionen im Laufe dieses Jahres durchführen.

Unwürdige Behandlung von Saisonarbeitskräften? Erste Info-Aktionen in der Landwirtschaft werfen viele Fragen auf

Unsere Berater*innen aus dem Projekt ‚Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten‘ haben am 21.04.22 zusammen mit Kolleg*innen von Faire Mobilität, dem DGB-Kreisverband Viersen und der Beratungsstelle Arbeit Düren den Auftakt für die diesjährigen Aktionen in der Landwirtschaft gemacht. Es war die erste aus einer Reihe von mehreren Aktionen für Saisonarbeiter*innen in der Landwirtschaft und im Gartenbau, die für dieses Jahr geplant sind. Insbesondere auf Obsthöfen stellen wir, neben einem gewissen Stamm von jährlich wiederkehrenden Beschäftigten, eine hohe Fluktuation fest, die Info-Aktionen zur Aufklärung der Saisonarbeitskräfte über ihre Arbeitsrechte nötig macht.

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An dem Tag haben wir über einhundert Beschäftige auf fünf Obsthöfen und Baumschulen aus der Region Aachen angesprochen und mit Informationsmaterialen versorgt. Früh am Morgen vor Arbeitsbeginn konnten Gespräche mit Beschäftigten einer Baumschule geführt werden, von der schon seit mehreren Jahren von verschiedenen Arbeitsrechtverstößen und teilweise menschenunwürdigen Bedingungen berichtet wurde. Bestehende Probleme wurden angedeutet, aber Angst und Zeitdruck waren offenbar ein Hindernis für eine genaue Schilderung ihrer Anliegen, insbesondere wenn wir mit den Beschäftigten in Sichtweite von Vorabeiter*innen oder Hofbesitzer*innen waren. Es wurden allerdings individuelle Beratungswünsche geäußert, während man die Flyer schnell unter der Kleidung verschwinden ließ.

Weiter ging es mit Feldbesuchen mehrerer Obsthöfe, insbesondere mit Anbauflächen für Erdbeeren und Spargel. Die Wohn- und Arbeitsbedingungen wurden von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich geschildert. Es konnte festgestellt werden, dass die Arbeitsverträge tendenziell für drei Monate abgeschlossen werden, allerdings, ohne Übersetzung in die jeweiligen Muttersprachen und sogar ohne Kopien für die Beschäftigten. Die Miethöhe variiert von 6 Euro bis zu 12 Euro pro Tag pro Person, für die Unterbringung in gut – oder nur teilweise sanierten Containern, mit einer Belegung von 2 bis 4 Personen. Bei einigen Unterkünfte gäbe es ausreichend Kochmöglichkeiten und zufriedenstellen Hygienebedingungen. In anderen einzelnen Fällen wurde über in den Arbeitsvertrag eingebaute Disziplinarstrafen in Form von überhöhten Mietabzüge gesprochen. Manche Personen waren über Abzüge aus vergangenen Jahren unzufrieden, welche über 50% des Bruttogehalts betrugen, ohne dass es dafür eine Erklärung oder Lohnabrechnung gegeben habe. Es herrschte Sorge, dass diese Praxis auch dieses Jahr Anwendung finden könnte. Die Bezahlung erfolge wie in der Branche nicht ungewohnt, pro Kiste, also pauschal und es ist nicht selten, dass so der Mindestlohn unterlaufen wird.

Zurzeit bekommen die Saisonarbeiter*innen, mit denen wir sprechen konnten, 100 EUR pro Woche, das übrige Geld dann angeblich erst zum Saisonende. Es wurde erzählt, dass viele eher über Bekannte, Nachbarn oder Familienmitgliedern als über Agenturen nach Deutschland vermittelt werden. Die besichtigen Betriebe würden jährlich Jahr 100 bis 400 Mitarbeiter gleichzeitig in der Hochsaison beschäftigen. In einem Beispiel haben die angesprochene Saisonkräfte 800 Personen unterschiedlicher Herkunft erzählt, die jährlich rotieren würden. Davon viele Menschen aus Rumänen, einige aus Polen sowie aus der Ukraine.

Letztere sollen jedes Jahr häufig im Rahmen von Sommerjobs oder Praktika in der Landwirtschaft beschäftigt worden sein. Die vierstündige tägliche Arbeitszeit inklusive Mietabzüge können dabei kaum eine auskömmliche Existenz sichern. Hier handelt sich um eine besonders benachteilige Gruppe, deren Nicht-EU-Zugehörigkeit für mehr Abhängigkeit vom Arbeitgeber sorgt. Insgesamt wirkten die Beschäftigten auf uns als zu eingeschüchtert und verängstigt, um offen mit uns zu sprechen, insbesondere wenn ein*e Vorarbeiter*in oder der Chef in der Nähe war. Unsere Erfahrung zeigt aber, dass diese Aktionen viele Betroffene ermutigt, sich anschließend mit ihren konkreten Problemen an unsere Beratungsstellen zu wenden.

Nachwirkender Entgelttarifvertrag für Gewerkschaftsmitglieder

Informationsaktionen für über 600 Beschäftigte bei Westfleisch SCE
Unsere Beraterinnen im Projekt „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ haben die Gewerkschaft NGG und Faire Mobilität bei einer Aktionsreihe an drei Standorten von Westfleisch SCE in NRW begleitet: in Lübbecke, Coesfeld und Hamm. Ziel der Aktionen war, die Beschäftigten über die geltenden und abgelaufenen Entgelttarifverträge zu informieren. Der Hintergrund: Der Übergangstarifvertrag ist ausgelaufen und die Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag sind nicht fortgesetzt worden, Westfleisch habe hierbei auf die schwierige wirtschaftliche Lage Bezug genommen.

 

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Allerdings sollte für NGG-Mitglieder ein alter Tarifvertrag Anwendung finden, demnach die Stundenzahlung höher als der Branchenmindestlohn in Höhe von 11 EUR brutto ist. Die Lohnunterschiede sind für die meisten Beschäftigten ohne Fachqualifikation in Deutschland sowie für die Beschäftigten, die schwere beziehungsweise komplizierte Arbeitsschritte verrichten müssen, von nicht unbedeutender Relevanz. Der Tarifvertrag sieht einen Stundenlohn von 12,89 EUR brutto für leichte Tätigkeiten und 14,03 EUR brutto für schwere Arbeiten vor, was für manche Beschäftigte einen großen Anreiz darstellt. Dies konnten wir anhand erster Anfragen rumänischer Arbeiter*innen feststellen, die um eine Geltendmachung des Tarifvertrages und somit um eine Anpassung entsprechend ihren ausgeübten Tätigkeiten gebeten haben.

Wir trafen wieder viele Mitarbeiter*innen an, die erst seit kurzem in den jeweiligen Fleischbetrieben tätig sind. So konnten wir sicherstellen, dass auch sie die Kontaktdaten unserer Beratungsstellen haben, falls sie Schwierigkeiten oder Missverständnisse am Arbeitsplatz, mit den Arbeitsunterlagen oder andere arbeitsrechtliche Anliegen haben.

Uns wurde an allen Standorten berichtet, dass die Kosten für die Miete der Werksmietwohnungen und für den Transport jeweils um 30 bis 35 EUR angehoben werden sollen. Diese angekündigten Erhöhungen sorgen für große Unzufriedenheit, besonders weil es in der Qualität der Dienstleistungen sowie in der Lohnhöhe keine Änderungen gab. Manche betrachteten die gestiegenen Kosten für kleine, von zwei Personen geteilte Zimmer oder für kurze Transporttrecken als unverhältnismäßig und hatten das Gefühl, dass womöglich damit die Anhebung des Branchenmindestlohnes durch die Hintertür ausgeglichen werden solle.

Infoaktion für LKW-Fahrer*innen bei Aachen - Angst um Angehörige in der Ukraine

Im Rahmen einer von der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung organisierten öffentlichen Aktion auf der Autobahnraststätte Aachener Land haben unsere Berater*innen am 05. April 2022 erneut osteuropäische LKW-Fahrer*innen, die Arbeitsverträge mit ausländischen Unternehmen haben, über ihre Rechte in Deutschland aufgeklärt.

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Gemeinsam mit Kolleg*innen von Faire Integration, Faire Mobilität und der KAB haben wir unter ständigem Wind, Regen und Kälte Informationsmaterialien und symbolische Geschenke zur Wertschätzung dieser Menschen verteilt. Die LKW-Fahrer*innen aus Bulgarien, Rumänien, Polen, Ungarn, Litauen, Russland, Ukraine und Weißrussland, die wir vor Ort getroffen haben, sind getrennt von ihren Familien wochen- bzw. monatelang auf europäischen Autobahnen unterwegs, um mit dem unter diesen Umständen hart verdienten Geld ihre Familien in den Heimatländern durchzubringen. Sehr oft fehlt es an Sanitäranlagen, Unterbringungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten.
Das unfaire Gehaltsmodell - der in der Heimat übliche Mindestlohn plus Spesen - stand im Mittelpunkt unserer Gespräche, wobei wir auch bei dieser LKW-Aktion die Beschäftigten darüber aufgeklärt haben, dass sie für ihre in Deutschland geleistete Arbeit den deutschen Mindestlohn geltend machen können, und zwar auch rückwirkend für drei Jahre.
Der Krieg in der Ukraine und die Sorge um die Menschen, die darunter leiden, wurden in den Gesprächen auch thematisiert. Insbesondere bei den Kraftfahrer*innen aus der Ukraine, Weißrussland und Russland standen aus diesem Grund die arbeitsrechtlichen Fragen oft nur an zweiter Stelle. Vor allem unsere ukrainischen Gesprächspartner*innen waren verständlicherweise um Freunde und Verwandte in der Heimat tief besorgt. Es wurde bestätigt, dass zwar aktuell der Kontakt zum jeweiligen Arbeitgeber besteht, jedoch wurde über durch den Krieg ausgelöste Anfeindungen während den Fahrten berichtet, was den Alltag im ohnehin schwierigen und anstrengenden Berufsleben nicht einfacher macht. Begleitet wurde die Aktion u.a. von der WDR-Lokalzeit Aachen, zum Bericht mit Statement eines unserer Beratern geht es hier: https://www1.wdr.de/fernsehen/lokalzeit/aachen/videos/video-lokalzeit-aus-aachen---1714.html

 

 

Bündnis „Fair Fahren“ kämpft für LKW-Kapitäne

Die Rheinische Post berichtet über die Arbeit des Bündnisses „Fair Fahren“, in dem wir mit der Beratungsstelle Arbeit in Mönchengladbach, dem DGB-Stadtverband MG, ver.di Bezirk Linker Niederrhein, der Betriebsseelsorge und weiteren Beratungsstellen aktiv sind.

 

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Regelmäßig klären wir vor Logistikzentren und auf Parkplätzen LKW- und Kurierfahrer*innen über ihre Arbeitsrechte auf, die für Subunternehmer von Amazon fahren. Ein geplanter Austausch mit dem Logistikriesen kam zuletzt nicht zustande, da Amazon nur mit einzelnen Bündnispartnern sprechen wollte und ein Gespräch mit DGB und ver.di komplett ablehnte: Die Interne Firmenpolitik ließe es nicht zu, hieß es. Mehr zu den Hintergründen im Artikel hier

Gemeinsam gegen Arbeitsausbeutung

Fachtagung für Berater*innen im Straßengütertransport und bei Paketdienstleistern

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Unser Projekt „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ sowie weitere Kolleg*innen vom „Beratungsnetzwerk Gute Arbeit“ von Arbeit und Leben nahmen mit ca. 20 Personen an einer gemeinsamen Fachtagung von ver.di teil. Gemeinsam mit den Beratungsnetzwerken Faire Integration und Faire Mobilität bereiteten Vertreter*innen von Arbeit und Leben die Tagung mit vor und tauschten sich in Frankfurt am Main am 23.03.+24.03.22 zu fachlichen und organisatorischen Inhalten rund um die Arbeitsbedingungen von internationalen LKW- und Kurierfahrern aus. Wieder im Fokus der Gewerkschaft und Beratungsnetze: der Logistik-Riese Amazon, der inzwischen bundesweit als Negativbeispiel für ausbeuterische Strukturen in der öffentlichen Kritik steht. Vorgestellt wurde auch unser Bündnis „Fair Fahren“, in dem wir mit der Beratungsstelle Arbeit in Mönchengladbach, dem DGB-Stadtverband MG, ver.di Bezirk Linker Niederrhein, der Betriebsseelsorge und weiteren Beratungsstellen aktiv sind: Regelmäßig klären wir vor Logistikzentren und auf Parkplätzen LKW- und Kurierfahrer*innen, die für Subunternehmer von Amazon fahren, über ihre Arbeitsrechte auf. Neben einer Reihe von Fachvorträgen, die sich u.a. mit dem Statusfeststellungsverfahren bei (Schein-)Selbstständigkeit sowie der Generalunternehmerhaftung und Nachunternehmerhaftung befassten, diskutierten wir auch, wie wir an die erfolgreichen Amazon-Aktionstage vom vergangenen Jahr anknüpfen und weiter gemeinsam gegen Arbeitsausbeutung vorgehen können.

LKW-Aktion in Mönchengladbach

Viele Probleme aber vorerst kein Gespräch mit Amazon
 

 

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"Besorgst Du mir einen Job in Deutschland, bei dem sie mir 9,82€ zahlen?", fragt uns ein Fahrer aus Georgien, der aktuell für 65 Euro am Tag, ein Großteil davon sind Spesen, für eine auf dem Papier in Lettland zugelassene Spedition fährt. Meist fahre er in Deutschland, fast nie in Lettland, sonst quer durch Westeuropa - immer im Auftrag von Amazon. Dass er den deutschen Mindestlohn, der ihn zweifelsohne für die Aufträge aus Deutschland zusteht, drei Jahre rückwirkend einklagen kann, findet er interessant und fragt nach unseren Kontaktdaten.
An diesem Sonntag treffen wir ihn in Mönchengladbach, wo er wie etwa 40 weitere Kollegen aus Rumänien, Ukraine, Polen oder Litauen seine Ruhezeit direkt neben dem Amazon Logistikzentrum verbringen muss. Fließend Wasser gibt es hier nicht, gekocht wird wie immer auf Gaskochern, als Toilette stehen drei ToiTois am Straßenrand. Zwei Fahrer erzählen uns auf Rumänisch: Inzwischen dürfen sie alle 4 Wochen nach Rumänien, das Mobility Package funktioniere also für sie gut. Denn vorher seien sie Monatelang auf Tour gewesen. Einziges Manko: Oft müssten sie dann 15 Stunden an den Schengen-Grenzübergängen warten. Aktuell warten sie auch: Seit Freitag seien sie mit voll geladenen Lkws hier, aber auch das Amazon-Lager sei voll. Nächster Ladetermin: Dienstag oder Mittwoch, aber ob das klappen wird sei unsicher. Ob sie den Lkw in der Zeit verlassen könnten, fragen wir? Zum Einkaufen, für einen Spaziergang oder gar um in die Stadt zu fahren? "Nein. Wenn jemand die Plombe entfernt oder etwas klaut, zieht uns der Chef das vom Gehalt ab.", antworten die Männer, während sie auf dem Campingkocher Omelette braten.

Seit Beginn 2021 waren wir das achte mal an diesem Gewerbegebiet in Mönchengladbach. Amazon baut nun endlich einen neuen Parkplatz für Lkw-Fahrende. Es sei ein erster Schritt und solle zumindest Sanitäranlagen geben, auch einen Sozialraum, hören wir aus Unternehmenskreisen. Wir wollten mehr erfahren, Wünsche der Fahrenden weitergeben und suchten am 19.03.22 als Bündnis "Fair Fahren", das wir vor Ort mit DGB, ver.di, der Betriebsseelsorge und weiteren Beratungsstellen gegründet haben, den Austausch mit Amazon. Doch Amazon wollte nur mit einzelnen Bündnispartnern sprechen, lehnte zuletzt sogar den Austausch mit DGB und ver.di komplett ab: Die Interne Firmenpolitik ließe es nicht zu, hieß es.
Sicher ist: Unser Bündnis "Fair Fahren" ist weiter gesprächsbereit. Wir bleiben präsent, indem wir Fahrende über ihre Rechte beraten und beobachten die Entwicklungen - in Mönchengladbach wie auch an anderen Orten.

Info-Aktion bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück

Aufklärung über Manteltarifverhandlungen in der Fleischwirtschaft

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Bessere Arbeitsbedingungen für Beschäftigte in der Fleischindustrie bleibt weiterhin ein zentrales Ziel nicht nur der zuständigen Gewerkschaft NGG, sondern auch der gewerkschaftsnahen Beratungsstellen von Arbeit und Leben, die für faire Behandlung auf dem deutschen Arbeitsmarkt kämpfen. Gemeinsam mit Kolleg*innen von der NGG Region Ostwestfalen-Lippe und Faire Mobilität haben unsere Berater*innen im Projekt „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ deshalb eine neue Aktion vor dem Werkstor des größten deutschen Schlachtbetriebes organisiert: Am 8. März 2022 haben wir mit einem Informationsstand ca. 2000 Fleischarbeiter*innen bei der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück erreicht. Die Aufklärung über die bevorstehenden Verhandlungen zu einem Manteltarifvertrag in der Fleischwirtschaft stand im Mittelpunkt der Gespräche mit den Beschäftigten. Mehr Urlaub, mehr Zuschläge, mehr Freizeit, Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld – das sind die wegweisenden Themen, um die bald verhandelt wird. Am 8. März konnten wir vor Ort aber nicht nur Aufklärungsarbeit leisten, sondern auch den Arbeiterinnen zum Weltfrauentag gratulieren und ihren Tag mit etwas Schokolade versüßen!
Viele Arbeitnehmer*innen, die sich Zeit für ein Gespräch mit uns nehmen konnten, informierten sich über die Pausenregelung, Vergütung von Überstunden und erzählten uns wie sie diesen Job in Deutschland gefunden haben, wobei wir auch wieder neue Mitarbeiter*innen im Betrieb getroffen haben, die unsere Beratungsangebote bisher nicht kannten. Eine hohe Fluktuation ist also nach wie vor festzustellen und daher werden wir in regelmäßigen Abständen vor den Werkstoren weiter über die Verhandlungen zum Manteltarifvertrag sowie über die gewerkschaftsnahen Beratungsangebote informieren.  
Die Tönnies Unternehmensgruppe wurde 1971 in Rheda-Wiedenbrück gegründet. Dort ist heute immer noch der Hauptsitz der Gruppe, gleichzeitig handelt es sich dabei um den größten Standort der Tönnies Unternehmensgruppe, an dem nach eigenen Angaben über 7.000 Mitarbeiter tätig sind. Die Unternehmensgruppe erwirtschaftet als international agierendes Unternehmen mit rund 16.500 Mitarbeitern einen Jahresumsatz im Milliardenbereich.

 

Trotz Verbesserungen noch zahlreiche Missstände

Unterkunftsaktion in Ostwestfalen-Lippe für Beschäftige in der Fleischindustrie

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Auch in 2022 zeigen wir wieder Präsenz vor Unterkünften in Nordrhein-Westfalen, um Beschäftigte über ihre Rechte zu informieren, ihnen unser kostenloses Beratungsangebot vorzustellen und um mit ihnen über ihre Sorgen und Nöte zu sprechen. Gemeinsam mit der NGG, Region Ostwestfalen-Lippe, und dem Projektpartner Faire Mobilität haben wir am 02. März vor Arbeiterunterkünften in Verl, Stadtteil Sürenheide, einen Stand aufgebaut und Flyer zu verschiedenen Themen verteilt. Im zweiten Jahr nach dem Inkrafttreten des neuen Arbeitsschutzkontrollgesetzes haben wir uns vor Ort ein Bild darüber gemacht, inwieweit die Renovierung der Häuser fortgeschritten ist und was die - meistens osteuropäischen – Arbeitnehmer*innen über die Situation in den Unterkünften, aber auch über ihre Arbeitsverhältnisse berichten.

Wir haben ca. 150 Menschen erreicht, wobei Fleischarbeiter*innen uns in den Gesprächen erzählten, dass im Vergleich zu früher die Vergütung der Überstunden kein Problem mehr sei und auch die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder während des Urlaubs in der Regel geleistet würde.

Es ist bekannt, dass mehrere große Unternehmen angekündigt haben, die Wohnsituation verbessern zu wollen. Und es fanden tatsächlich vielerorts Sanierungen statt, auch an unserem Aktionsort. Wir haben vor Ort jedoch leider auch Unterkünfte vorgefunden, in denen nur eine einzelne Etage renoviert wurde oder in denen erst nach mehreren Monaten mit der Renovierung einer zweiten Etage angefangen worden ist. Weitere Themen waren Ungezieferbefall, Mieterhöhungen ohne zusätzliche Informationen in der jeweiligen Muttersprache der Betroffenen sowie Probleme mit der Privatsphäre: In einer Unterkunft gab es lediglich einen Briefkasten für über 60 Mieter*innen. Außerdem waren in anderen Häusern sämtliche Briefkästen aufgeschlossen und wichtige - auch geöffnete - Briefe lagen herum.
Die Unterbringung von zugewanderten Beschäftigten bleibt also weiterhin fragwürdig und muss nach wie vor öffentlich intensiv thematisiert werden. Wir werden deshalb die Aktionen vor den Unterkünften fortführen und uns für die Verbesserung der Wohnbedingungen weiter einsetzen.

 

WDR-Lokalzeit berichtet über Razzien in Leiharbeiter-Unterkünften

Grenzüberschreitendes Forschungsprojekt untersucht Arbeitsmigration

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Auch die WDR-Lokalzeit Duisburg v. 18.02.22 thematisiert die Razzien im Kreis Kleve, die wegen katastrophaler Wohnbedingungen zur Schließung von sechs Leiharbeiter-Unterkünften geführt haben. Es handelt sich dabei um Menschen u.a. aus Rumänien, Polen und Bulgarien, die in der niederländischen Fleischindustrie arbeiten, aber auf deutschem Gebiet untergebracht sind. Erstmals haben dafür deutsche und niederländische Behörden zusammengearbeitet, weitere Kontrolle sollen folgen. Für den Bericht wurde auch unser Projektkoordinator befragt, was nun weiter geschehen muss. Zum Beitrag (08:01-10:12 min) geht es hier:

www.ardmediathek.de/video/lokalzeit-aus-duisburg/lokalzeit-aus-duisburg-oder-18-02-2022/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLTU0YjNmZjAzLTg2NWUtNGRhOS1iY2FjLTYzNTFkMjAxMTVlNA

Im Bericht wird ein grenzüberschreitendes Forschungsvorhaben angesprochen, an dem unser Projekt als Mitglied im Beirat vertreten ist. Das Vorhaben „Arbeitsmigration zwischen den Grenzen – Arbeits- und Lebenssituation von Arbeitsmigrant*innen in relevanten Sektoren in der Euregio Region Rhein-Waal“ wird von der Hochschule Rhein-Waal in Kooperation mit dem Projekt „Migranten in de frontlinie“ der Radboud Universiteit Nijmegen in den Niederlanden durchgeführt und vom Land NRW durch die beiden Ministerien Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung (MHKBG) sowie Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) gefördert.

Mehr Informationen zum Forschungsprojekt:

Arbeitsmigration zwischen den Grenzen | Hochschule Rhein-Waal (hochschule-rhein-waal.de)

www.gibinfo.de/gibinfo/2021/4_21/systemrelevant-und-doch-unsichtbar

 

Nach Razzien von Leiharbeiter-Unterkünften:

Deutsche und niederländische Behörden wollen Kontrolldruck erhöhen

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Die NRZ berichtet auf der Titelseite und in einem Hintergrundartikel auf Seite 3 über die jüngsten Razzien von deutschen und niederländischen Behörden im Kreis Kleve: Aufgrund der in vielen Fällen katastrophalen Wohnverhältnissen von Beschäftigten in der niederländischen Fleischindustrie, die in Deutschland grenznah untergebracht sind, wurden mittlerweile sechs Sammelunterkünfte geschlossen. Unterdessen meldet sich das niederländische fleischverarbeitende Unternehmen Horizon zu Wort und versucht Vorwürfe zu entkräften.
Das Land NRW jedoch sieht Grund für weitere Kontrollen.

Zum Artikel der NRZ, für den auch unser Projektkoordinator interviewt wurde, geht es hier und hier.

 

Razzien in Leiharbeiter-Unterkünften sorgen auch in Bulgarien für Schlagzeilen

Schädlinge, Schimmel und Ausbeutung in der deutsch-niederländischen Grenzregion

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In seiner zentralen abendlichen Nachrichtensendung, vergleichbar mit der Tagesschau in Deutschland, wurde am 14. Februar 2022 im bulgarischen Fernsehsender btv über die Probleme osteuropäischer Arbeitnehmer*innen im Grenzgebiet Deutschland-Niederlande berichtet. Einer unserer Berater wurde um eine Stellungnahme zur Situation der Beschäftigten gebeten, die in Sammelunterkünften grenznah auf der deutschen Seite untergebracht sind und - oft unter unwürdigen Arbeitsbedingungen vor allem in der fleischverarbeitenden Industrie - auf der niederländischen Seite arbeiten. Der konkrete Anlass für das Interesse der Medien in Bulgarien waren Groß-Razzien am vergangenen Wochenende von deutschen und niederländischen Behörden im Kreis Kleve, die zahlreiche Missstände in den Sammelunterkünften wie z.B. Schimmel, fehlende Stromversorgung, baurechtliche Mängel, Schädlingsbefall und Brandschutzmängel aufdeckten. Damit rückten die prekären Arbeits- und Wohnbedingungen einmal mehr in den Fokus der Öffentlichkeit und sorgen auch in den Herkunftsländern der Beschäftigten für große Schlagzeilen. Neben der Einschätzung unseres Beraters wurde nochmal auf unser kostenloses Beratungsangebot und unsere Kontaktdaten hingewiesen.
Der Fernsehbeitrag, der in späteren Nachrichtensendungen von btv übernommen wurde, sowie der Artikel sind auf der Webseite des Fernsehsenders btv hier zu sehen: Българи живеят и работят в мизерия в Германия и Нидерландия - bTV Новините (btvnovinite.bg)

Unser Projekt hat in den letzten Monaten wiederholt in der Grenzregion zusammen mit Kolleg*innen von der niederländischen Gewerkschaft FNV Unterkünfte aufgesucht und die, leider lang bekannten, Misstände an die zuständigen Ministerien weitergegeben.  Zusätzlich arbeiten wir mit dem NRW-Arbeitsministerium und weiteren deutschen und niederländischen Institutionen an einer verstärkten Beratungsstruktur für die Menschen im deutsch-niederländischen Grenzgebiet.

 

Umfrage-Aktion bei Tönnies

Belegschaft hofft auf verbesserte Arbeitsbedingungen in 2022

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Die Gewerkschaft NGG hatte sich mit Arbeitgebervertretern im Sommer 2021 auf einen branchenweiten Fleischmindestlohn geeinigt. Nun ist sie fest entschlossen, in einem weiteren Schritt für einen Manteltarifvertrag und für mehr Urlaub sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, höhere Zuschläge und mehr freie Zeit für die Beschäftigten zu verhandeln. In diesem Zusammenhang haben unsere Berater*innen gemeinsam mit der NGG, Region Ostwestfalen-Lippe, und unserem Projektpartner Faire Mobilität am 01.12.21 mit Arbeitnehmer*innen bei der Firma Tönnies über ihre aktuelle Situation gesprochen und sie über Rechte aufgeklärt. Damit setzten wir unsere Aktionsreihe bei Betrieben in der Fleischindustrie fort und zeigten erneut Präsenz in Rheda-Wiedenbrück - vor dem Werkstor des größten Fleischkonzerns in Deutschland.

Bei Regen, Wind und niedrigen Wintertemperaturen konnten wir in 3,5 Stunden ca. 500 Personen erreicht, die die Flyer der Beratungsstellen erhalten haben und die Möglichkeit hatten, ihre Meinung zur Relevanz der von NGG angestrebten Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen zu äußern und Fragen zu stellen. Auch diesmal erhielten wir gemischte Reaktionen und unterschiedliche Fragen aus der Belegschaft: So war die noch ausstehende Allgemeinverbindlichkeitserklärung des Mindestlohntarifvertrags erneut ein Thema. Des Weiteren haben sich die Beschäftigten informiert, wie sie vorgehen könnten, wenn es Unklarheiten bzgl. der Krankenversicherungskarte, der Steuerklasse oder der Urlaubsbeantragung gibt. Und zum wiederholten Mal betonten die Fleischarbeiter*innen, dass sie bei diesem knochenharten Job eine faire und respektvolle Behandlung durch ihre Vorgesetzten erwarten.

Die Menschen haben jedoch die Hoffnung geäußert, dass im zweiten Jahr nach dem Inkrafttreten des Arbeitsschutzkontrollgesetzes und angesichts der angekündigten Erhöhung des Fleischmindestlohns und des gesetzlichen Mindestlohns die Arbeitsbedingungen bzw. die Verdienstmöglichkeiten in der Fleischwirtschaft im Jahr 2022 spürbar verbessert werden.

 

Wir begleiten den Prozess weiter und haben das Ohr nah an den Menschen.

#MakeAmazonPay

Weitere Aktion für Paketfahrer*innen in Bielefeld

 

 

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Im Nachgang zum „Black Friday“ haben unsere Berater*innen die Aktionen zur Aufklärung von Paketfahrer*innen fortgesetzt, diesmal am Amazon- Verteilzentrum in Bielefeld. Die Veranstaltung am 03.12.21 war Teil einer bundesweiten Aktionsreihe unter dem Motto #MakeAmazonPay, die von ver.di und gewerkschaftsnahen Beratungsstellen koordiniert wurde. Mehrsprachige Berater*innen und Campaigner*innen haben an der Ein- und Ausfahrt des Betriebsgeländes Informationen über Grundarbeitsrechte und Kontaktmöglichkeiten zu den Beratungsstellen von Arbeit und Leben NRW, Faire Integration, Faire Mobilität sowie der Beratungsstelle Arbeit von G.A.B. in Bielefeld verteilt.

Insgesamt wurden über 200 Kurierfahrer*innen erreicht. Da die meisten für diverse Subunternehmer fahren, sind auch ihre tagtäglichen Probleme unterschiedlich. Besonders in der Vorweihnachtszeit aber steigt für alle die Anzahl der Bestellungen und damit der Druck auf die Paketzusteller*innen, was sich in der täglichen Arbeitszeit widerspiegelt: Verstöße gegen arbeitsrechtliche Regelungen sind an der Tagesordnung.  Daher ist es wichtig, dass die Kurierfahrer*innen Ansprechpersonen haben, die sie muttersprachlich unterstützen und an die sie sich bei Fragen oder konkreten arbeitsrechtlichen Anliegen wenden können.

Die Aktion in Bielefeld verlief störungsfrei, was nicht an jedem Standort selbstverständlich ist (Gängelung durch die Security oder Alarmierung der Polizei kommen immer wieder ´mal vor) und wir konnten sogar ins Gespräch mit der regionalen Betriebsleitung kommen, die Verständnis für die Arbeit der Beratungsstellen zeigte.

 

Ein ausführlicher Bericht unseres Kooperationspartners „Faire Integration“ kann hier nachgelesen werden:

https://www.facebook.com/Faire.Integration.NRW/posts/435697538086592

 

Die Aktion wurde auch vom WDR und vom Westfalen Blatt aufgegriffen:

 

https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/kurierfahrer-amazon-aktion-bielefeld-100.html

 

https://www.westfalen-blatt.de/owl/bielefeld/dgb-beratungsstelle-will-fahrer-uber-rechte-aufklaren-2499652?pid=true

Black Friday für Amazon-Kunden - 365 schwarze Tage für Fahrer*innen

Zusammen mit Kolleg*innen von der Fairen Integration, Fairen Mobilität und der
European Transport Workers' Federation beteiligen wir uns heute am „Black Friday“ (26.11.21), an den bundesweiten Aktionstagen für Amazon-Fahrer*innen.

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Zusammen mit Kolleg*innen von der Fairen Integration, Fairen Mobilität und der
European Transport Workers' Federation beteiligen wir uns heute am „Black Friday“ (26.11.21), an den bundesweiten Aktionstagen für Amazon-Fahrer*innen. Heute sind wir in Bochum und Köln unterwegs, in den nächsten Tagen folgen Düsseldorf und Bielefeld.

Die Gewerkschaft ver.di stellt fest:
Die Kunden freuen sich über Pakete und Geschenke, Jeff Bezos fliegt ins All und die Ausliefernden und Lkw-Fahrer*innen, die im Auftrag Amazons unterwegs sind, machen das erst möglich. 22 Mrd. € Gewinn in 2020, 17 Mio. Amazon Prime-Kunden in Deutschland, und rund 22 Mio. Pakete pro Tag werden im deutschen Weihnachtsgeschäft 2021 erwartet.
Dem gegenüber stehen die Lebens-, Arbeits- und Einkommensbedingungen der Amazon-Zusteller*innen und der Lkw-Fahrer*innen.


 Amazon-Zusteller*innen:
-sind fast zu 100% beim Sub-Unternehmer oder scheinselbständig beschäftigt.
-unterliegen nicht einem Tarifvertrag
-reißen in der Regel die tägliche 10h- Höchstarbeitszeitgrenze
-arbeiten in der Regel in Betrieben ohne Betriebsräte


Lkw- Fahrer*innen:
-fahren fast immer zu den niedrigen Mindestlöhnen ihres Herkunftslandes statt zum deutschen Mindestlohn
- leben wochenlang in ihren Fahrerkabinen ohne an ihren Wohnort zurückzukehren
-verbringen ihr Leben isoliert auf Parkplätzen und Industriegebieten


Zusteller*innen und Lkw-Fahrer*innen haben etwas Besseres verdient!

 

„Die Schlachtfabrik - Wie Tönnies um seinen Ruf kämpft“

ARD-Doku über Deutschlands bekanntesten und umstrittensten Schlachter

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Im Juni 2020 hatten sich in seiner Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück mehr als tausend Arbeiter und Arbeiterinnen mit Corona infiziert, ganz Deutschland schaute damals auf Tönnies. Der Ausbruch lenkte die Aufmerksamkeit nicht nur auf die Zustände beim Branchenprimus Tönnies, sondern auch auf die Fleischindustrie insgesamt: Es ging vor allem um die Hygienemaßnahmen in den Fabriken, die Unterkünfte der Arbeiter und Arbeiterinnen und die umstrittenen Werkverträge.

Doch was hat sich seitdem getan? Ist Tönnies tatsächlich dabei, sein Unternehmen und die deutsche Fleischindustrie insgesamt zu modernisieren, nachhaltiger und grüner zu machen? Und wie weit ist er schon gekommen? „Die Story“ im Ersten will zeigen, was an den Versprechungen und dem neuen Image dran ist. In der Doku wird auch ein Fall aus unserer Beratung aufgegriffen und eine unserer Beraterinnen interviewt.

Zur Doku geht hier, unser Beratungsfall ist ab 11:46 min dokumentiert: https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/die-schlachtfabrik-100.html

Gemeinsam für bessere Arbeits- und Wohnbedingungen in der Fleischindustrie

Aktion für Beschäftigte bei Vion in Hilden

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Gemeinsam mit unseren Projektpartnern, der Gewerkschaft NGG und der Fairen Mobilität, haben wir am 17.11.21 eine Infokampagne beim Fleischwarenbetrieb Vion GmbH in Hilden durchgeführt:.

Wir verteilten Infomaterialien für die ca. 260 Mitarbeiter*innen und gingen auf die Probleme und Bedürfnisse der Beschäftigten ein. Es ging dabei vor allem um die neuen unterschiedlichen Tarifverträge der NGG, Unterbringung und um die Arbeitsverdichtung durch das Weihnachtsgeschäft. Die Beschäftigten warten immer noch auf die Einführung des Branchenmindestlohns (10,80 Euro), viele berichteten, dass sie stattdessen weiterhin nur den gesetzlichen Mindestlohn (9,60 Euro) erhalten, trotz mehrjähriger Arbeitserfahrung im Betrieb. 

Bei Vion in Hilden sprechen etwa 65% der Mitarbeiter rumänisch. Nur durch transparente und barrierefreie Mitbestimmung im Betrieb können also Ungerechtigkeiten in der Fleischbranche Einhalt geboten werden.

 

Claudia Hempel, Gewerkschaftssekretärin der NGG, bedankte sich ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit: „Dem Projekt von Arbeit und Leben verdanken wir die Möglichkeit, dass die rumänisch sprachigen Mitarbeiter*innen Vertrauen in ihre Gewerkschaft NGG fassen konnten. Wir sind für die Menschen da, wann immer sie uns brauchen – aber die Berater*innen von Arbeit und Leben nehmen die Barrieren, die diesen Menschen im Weg liegen und überwinden sie mit Ihnen gemeinsam. Vor kurzem gab es Verdachtskündigungen unter den rumänischen Mitarbeiter*innen.  Arbeit und Leben hat mit viel Herz unbürokratische Hilfestellung geleistet. Alle Mitarbeiter, die gekündigt wurden, sind nun wieder im Betrieb.“ Unterstützt wurde die Aktion auch von Thomas Bernhard, Referatsleiter Fleisch in der Hauptverwaltung der NGG.

Für die Zukunft bedeutet das: Es geht weiter mit den Tarifverhandlungen und mit den Aktionen und natürlich mit unserer Unterstützung für bessere Arbeits- und Wohnbedingungen in der Fleischindustrie.

Im Ranking der Fleischwirtschaft belegt der niederländisch-deutsche Vion-Konzern Platz 2 nach Tönnies. Die Gruppe machte in Deutschland 2020 einen Umsatz von 2,8 Mrd. Euro (Quelle: https://www.fleischwirtschaft.de/wirtschaft/nachrichten/ranking-der-fleischwirtschaft-2021-die-top-100-der-branche-51819).

Mehr Hilfe für Menschen im Grenzgebiet

Aktion mit niederländischem Gewerkschaftsbund FNV

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Die Situation der Beschäftigten, die in Deutschland wohnen, aber in der niederländischen Fleischindustrie arbeiten, ist wegen der Grenzlage besonders schwierig: Viele Menschen, häufig aus Rumänien, Polen, aber auch Ungarn oder der Türkei, wohnen in Deutschland, da die Wohn-Vorschriften in den Niederlanden strenger sind und die Mieten für sie dort teurer wären. Manchmal werden die Wohnungen von den Leiharbeitsfirmen organisiert, manchmal sind sie privat angemietet, und in beiden Fällen sehr häufig in schlechtem Zustand. Wir haben Objekte gesehen, die keine funktionierende Heizung hatten und insgesamt stark sanierungsbedürftig wirkten.

Zudem müssen die Beschäftigten z.T. lange Anfahrtswege in Kauf nehmen (darunter Fälle mit über 100 Kilometer pro Fahrt) und werden in den Niederlanden in der Regel schlechter entlohnt. Vor allem ist bei unseren Nachbarn noch Leiharbeit in dieser Branche möglich und die Beschäftigten sind den Subunternehmen häufig ausgeliefert. Zustände, die in Deutschland nach langem Kampf seit diesem Jahr verboten sind.

Um uns ein Bild von den Arbeits- und Lebensbedingungen zu machen, waren wir am 13.11.2021 mit Kollegen*innen vom niederländischen Gewerkschaftsbund FNV (Federatie Nederlandse Vakbeweging) und von der Fairen Mobilität in Emmerich, Goch und Umgebung zu einer gemeinsamen Info-Aktion unterwegs. Dabei konnten die niederländischen Gewerkschafter*innen den Beschäftigten konkrete arbeitsrechtliche Unterstützung anbieten und wir uns einen Eindruck von den oft problematischen Wohn- und Lebensbedingungen machen. Wir haben mit dem FNV einen regelmäßigen Austausch sowie eine stärkere Vernetzung vor Ort geplant, um zu versuchen, die Beratungsstrukturen im Grenzgebiet nachhaltig zu stärken.

 

Keine Integration ohne menschenwürdige Wohnbedingungen

Rumänische Botschaft unterstützt Aktion in Hamm

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Eine mobile Informationsaktion vor Wohnunterkünften in Hamm haben wir am 09.11.2021 durchgeführt: Tatkräftige Unterstützung und Begleitung hatten wir dabei von Kolleg*innen von der Gewerkschaft NGG Südwestfalen, der rumänischen Attaché für Arbeit und Soziales in Deutschland in der Botschaft Rumäniens, Frau Mihaela Tuleu, sowie von Campaigner*innen der Fairen Mobilität. Etwa 150 Personen konnten so unsere Informationsmaterialen erreichen.

Angetroffen haben wir Personen, die in unterschiedlichen Branchen tätig sind – in der Fleischindustrie, Reinigung, Metallproduktion oder der Futtermittelindustrie. Ursprünglich kommen sie aus Rumänien, Bulgarien und Polen, einige arbeiten erst seit einigen Wochen in Deutschland, andere schon seit bis zu fünfzehn Jahren. Wir haben festgestellt, dass die meisten Menschen von den Beratungsangeboten des Landes- und Arbeitsministeriums zu arbeitsrechtlichen Fragestellungen in ihrem Bundesland keine Kenntnis hatten. Die Fluktuation in den Betrieben ist offenbar weiterhin groß, die neu eingestellten Personen kennen die üblichen Vorgehensweisen bei Krankheit oder im Falle einer Kündigung nicht. Die Mitarbeiter*innen, die seit längerem in einem Betrieb tätig sind, konnten dagegen mit der Zeit bessere Löhne verhandeln und zeigten sich im Großen und Ganzen mit ihrer Arbeitsstelle zufrieden.

In den Gesprächen konnten wir ausführlich über die Unterstützungsmöglichkeiten der Beratungsprojekte, der Gewerkschaft und der Botschaft aufklären sowie Fragen punktuell beantworten, was bei Werkstoraktionen in der vorhandenen Hektik nicht immer möglich ist. Außerdem sprachen die Beschäftigten auch konkrete Anliegen zur Vergütung, zu fehlenden Arbeitsunterlagen, zur Krankenversicherung und zu den Arbeitsbedingungen an.

Unsere Aktion fand sowohl vor Unterkünften, die von den Arbeitgebern zur Verfügung gestellt werden, als auch in Wohnkomplexen, die privat angemietet sind, statt. In der Regel werden zwei Personen pro Zimmer untergebracht. An manchen Stellen waren die Wohnobjekte sichtlich abgenutzt und machten einen ungepflegten Eindruck. Die Briefkästen waren mehrfach beschriftet und manche kaputt, die Klingel funktionierten nicht, die Eingangstüren waren zertreten oder schlossen nicht ab. Ferner waren die Mülltonnen übervoll und Sperrmüll lag an manchen Stellen herum. Manche Bewohner*innen beklagten, dass die Heizung und die Warmwasserzubereitung nicht funktionierte und trotz mehrerer Beschwerden bei der Hausverwaltung noch keine Lösung gefunden wurde.

Mangels Alternativen oder aus Angst vor dem Wohnungsverlust nehmen die Ratsuchenden oft solche Wohnbedingungen hin. Eine menschenwürdige Unterbringung ist jedoch eine Voraussetzung für eine gute Arbeitsleistung und die Integration in die Gesellschaft, an der Beschäftigte aus Südosteuropa viel beitragen. Für uns bleibt das Thema der Unterbringung ein zentrales im Projekt, weitere Unterkunfts-Aktionen, auch an anderen Standorten, sind in Planung. 

 

Zu wenig Lohn, schlechte Unterkünfte und kein Gesundheitsschutz

Der Jahresbericht "Saisonarbeit in der Landwirtschaft" listet wieder viele Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen auf.

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"Während der gesamten Zeit, als wir dort arbeiteten, mussten wir unsere Pässe als Kaution abgeben. Wir mussten Dokumente unterzeichnen, die wir nicht kannten. Man sagte uns, das sei der Arbeitsvertrag, ein eigenes Exemplar bekamen wir aber nicht. Der nach Akkordarbeit ausbezahlte Lohn lag bei Berücksichtigung der von uns tatsächlich geleisteten Arbeit bei zirka vier Euro pro Stunde. Die Arbeitgeber haben uns gedroht, angeschrien und haben uns auch körperlich attackiert." Das berichten zehn Rumänen, die bei einer Baumschule in Nordrhein-Westfalen beschäftigt waren und unsere Hilfe und Beratung gesucht hatten, in dem jetzt erschienen Heft "Saisonarbeit in der Landwirtschaft – Bericht 2021", herausgegeben von der Initiative Faire Landarbeit. Und das ist nur ein Auszug aus einem von vielen Fallbeispielen.

 

Insgesamt 44 Mal rückten die Mitarbeiter*innen der Initiative raus aufs Feld und informierten über 2500 Saisonarbeiter*innen über ihre Rechte. Die Mehrzahl der Beschäftigten kam aus Rumänien, darüber hinaus wurden Menschen aus Polen, Kroatien, der Ukraine, Georgien und Bulgarien erreicht. Auffällig in dieser Saison war, dass die Initiative deutlich stärker bei ihren Aktionen durch die Arbeitgeber*innen behindert wurde als in den Vorjahren. Fehlende Sozial- und Krankenversicherung aufgrund von kurzfristiger Beschäftigung, unvollständige Lohnzahlungen und überhöhte Lohnabzüge, mangelhafte Unterkünfte und Verstöße gegen Infektionsschutzregelungen und den Arbeits- und Gesundheitsschutz, das sind die vier Hauptproblemgruppen, die sich bei den Aktionen und in der Beratungsarbeit herauskristallisiert haben.

 

Die TAZ, FR, WDR, FAZ, SZ und ZEIT greifen das Thema auf:

 

https://taz.de/Lohndumping-und-Erntearbeit/!5810228/

 

https://www.fr.de/wirtschaft/frax/erntehelfer-hungerloehne-und-schimmel-im-zimmer-91069103.html

 

https://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/bessere-absicherung-saisonarbeit-100.html

 

https://www.faz.net/agenturmeldungen/dpa/gewerkschaften-verlangen-besseren-schutz-von-saisonarbeitern-17597634.html

 

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ig-bau-schutz-fuer-arbeiter-1.5446453

 

https://www.zeit.de/news/2021-10/22/gewerkschaften-verlangen-besseren-schutz-von-saisonarbeitern

 

 

Der ausführliche Jahresbericht 2021 der Initiative Faire Landarbeit steht hier zum Download bereit: https://igbau.de/Saisonbericht21.html

Warten auf die Allgemeinverbindlichkeit

Info-Aktion bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück wirft viele Fragen auf.

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Die Gewerkschaft NGG und die Arbeitgebervertreter in der Fleischindustrie hatten sich im Sommer auf einen steigenden Mindestlohntarifvertrag für die Beschäftigten aus der Branche geeinigt. Damit der neue Branchenmindestlohn auch ausgezahlt werden kann, bedarf es der Allgemeinverbindlichkeitserklärung, die in den Händen der Politik liegt. Nun zieht sich dieser Prozess, was bei den Betroffenen in den Fleischbetrieben auf Unverständnis stößt. Auch herrscht Unklarheit, was ein möglicher neuer Mindestlohn von 12 Euro mit der neuen Bundesregierung für Auswirkungen hätte auf die derzeitige Vereinbarung.

Derweil stellt das Warten auf die Allgemeinverbindlichkeit und auf die konkrete monetäre Auswirkung in ihrem Leben manche auf die Geduldprobe, wie unser Berater*innen am 08. Oktober 2021 feststellen konnten: An diesem Tag fand eine Informationsaktion beim großen Schlachtbetrieb der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück statt. Zusammen mit der Gewerkschaft NGG Ostwestfalen-Lippe und Kolleg*innen von Faire Mobilität konnten wir unsere Informationsmaterialien an ca. 700 Personen verteilen, dabei sind wir mit manchen Beschäftigten länger ins Gespräch gekommen. Viele waren unzufrieden, weil ihre Löhne – nach der Einigung der Gewerkschaft und der Arbeitgeberseite – nicht wie erwartet gestiegen sind. Der Unmut wächst, denn es geht ihnen dabei nicht nur um die materielle Vergütung, sondern auch um die Anerkennung für die körperlich schwere Arbeit, die sie tagtäglich ausüben. Zudem konnten wir feststellen, dass es immer noch Beschäftigte gibt, die einem Gewerkschaftsbeitritt sehr unsicher gegenüberstehen. In der Belegschaft kursieren Gerüchte, dass man Probleme bekommen würde, wenn man Gewerkschaftsmitglied wird, was bei einigen für Ängste sorgt.

Mit dem neuen Mindestlohntarifvertrag gilt momentan ab dem Zeitpunkt der Allgemeinverbindlichkeit ein branchenweiter Mindestlohn von 10,80 Euro pro Stunde. Dieser steigt in folgenden Stufen:

    10,80 Euro mit Allgemeinverbindlichkeitserklärung

    11,00 Euro ab 1. Januar 2022

    11,50 Euro ab 1. Dezember 2022

    12,30 Euro ab 1. Dezember 2023

Die Laufzeit des Vertrags endet am 30.11.2024.

Jedoch bleibt eben abzuwarten, ob das so realisiert werden wird.

„Junge, komm bald wieder“

Gestrandet auf der Suche nach Arbeit in Deutschland

 

Das Jugendmagazin der Bundeszentrale für politische Bildung, der FLUTER, berichtet am bewegenden Fallbeispiel eines jungen Rumänen über die Risiken, denen sich viele Menschen aussetzen (müssen) auf der Suche nach Arbeit in Deutschland.

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Gestrandet auf der Suche nach Arbeit in Deutschland

 

Das Jugendmagazin der Bundeszentrale für politische Bildung, der FLUTER, berichtet am bewegenden Fallbeispiel eines jungen Rumänen über die Risiken, denen sich viele Menschen aussetzen (müssen) auf der Suche nach Arbeit in Deutschland: von häufig dubiosen Anwerbe- bis zu unerträglichen Lebens- und Arbeitsbedingungen. Für den Artikel wurde auch einer unserer Berater nach seinen Einschätzungen gefragt. Die Jugenderwerblosenquote in der EU liegt bei 17,1 Prozent, mehr als doppelt so hoch wie die Gesamtarbeitslosigkeit.

 

Der Artikel findet sich hier zum Nachlesen: https://www.fluter.de/jugendarbeitslosigkeit-rumaenien

Gemeinsame Info-Aktion für Beschäftige in Fleischverarbeitungsbetrieb

Hunderte von Mitarbeiter*innen konnten wir am 20.09.21 bei einer Infoaktion vor dem Werkstor der fleischverarbeitenden Firma Abbelen GmbH in Tönisvorst erreichen.

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Zusammen mit Hans-Peter Sokoll vor der Beratungsstelle Arbeit in Krefeld, Marc Kissinger von der Gewerkschaft NGG und Vertreter*innen der Roma- und Sinti-Vereine in Krefeld verteilten unsere Berater*innen beim Schichtwechsel Informationsmaterial über unser Beratungsangebot und die Tarifrunde in der Branche. Viele Beschäftigte stammen aus Rumänien, Bulgarien, Serbien, Kroatien oder Sri Lanka.

Mehrere Beschäftigten fragten uns dabei, was sie unternehmen könnten, falls sie fehlerhafte Angaben in der Lohnabrechnung mit weniger Arbeitsstunden oder unbekannten Abzügen, sowie fehlender Lohnfortzahlung im Krankheitsfall feststellen würden. Weitere Fragen der Beschäftigten waren, ob man während einer Krankschreibung gekündigt werden dürfe und ob während einer Corona-Quarantäne Anspruch auf eine Entschädigung bestünde.

Des Weiteren baten die Arbeitnehmer*innen um grundsätzliche Aufklärung über verschiedene arbeitsrechtliche Themen in Deutschland:  Bezahlung, sichere Arbeitsverhältnisse, befristete Arbeitsverträge, Subunternehmen, Leiharbeit und Zulässigkeit von Vermittlungsgebühren.

Während der Aktion bat uns ein Mitarbeiter aus der Personalleitung, die Aktion abzubrechen und ein anderes Mal „angemeldet“ wiederzukommen. Dann könnten wir vielleicht sogar auch auf dem Betriebsgelände stehen. Wir führten die Aktion, die auf öffentlichem Gelände stattfand, normal zu Ende, kommen auf dieses Angebot aber gerne zurück angesichts des offenbar hohen Informationsbedarfs der Beschäftigten.

Weitere Info-Aktion für LKW-Fahrer in Mönchengladbach

Im Rahmen unserer Kooperation im Bündnis „Fair Fahren“ haben wir am 18.09. gemeinsam mit den Partnern der Fairen Mobilität und der Betriebsseelsorge Region Mönchengladbach, eine weitere Aktion im Logistikpark in Mönchengladbach-Rheindahlen durchgeführt.

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Einer unserer Berater hat am Samstagnachmittag Flyer unter LKW-Fahrern verteilt und sie in Gesprächen über ihre Arbeitnehmerrechte in Deutschland aufgeklärt. Wieder haben wir vor Ort erlebt wie Menschen – fernab von ihren Familien – in ihren LKW`s wohnen, ihr Essen auf dem Bürgersteig oder auf dem Parkplatz vorbereiten und dort auch ihre Arbeits- und Freizeitkleidung waschen und trocknen lassen müssen. Die Fahrer kommen aus verschiedenen Ländern wie Polen, Rumänien, der Ukraine oder Kirgisistan, haben ihren Arbeitsvertrag bei Subunternehmen, die in Polen, Lettland, Litauen oder Rumänien angesiedelt sind und fahren bundesweit im Auftrag von Amazon. Sie wurden von uns auf die Nachteile des in der Branche vorherrschenden Lohnmodells hingewiesen, der auf einem geringen Grundlohn (meistens landesüblicher Mindestlohn) und Spesen basiert und sich auf die künftigen Rentenansprüche, auf die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und auf den Urlaub negativ auswirkt. Des Weiteren haben wir die Menschen auch über ihr Recht auf den deutschen Mindestlohn aufgeklärt sowie über die Möglichkeiten ihn bis zu drei Jahre rückwirkend einzufordern. Beides war dem Großteil unserer Gesprächspartner nicht bekannt, daher waren sie für diese Informationen und die angebotene Unterstützung seitens der Beratungsstellen und der Gewerkschaften sehr dankbar. Jedoch haben wir erneut deutlich die Abhängigkeit der LKW-Fahrer – vor allem bei den Nicht-EU-Bürgern – von ihren Arbeitgebern gespürt, die sie dazu zwingt, sich jeden möglichen Schritt im Kampf um ihre Rechte genauestens zu überlegen, da sie fürchten direkt gekündigt zu werden, wenn sie gegen ihre ausbeuterischen Beschäftigungsverhältnisse vorgehen.

Info-Stand für die bulgarische Community in Münster

In einigen Städten in Nordrhein-Westfalen gibt es Bulgarische Schulen, die die Kinder - zusätzlich zum täglichen Unterricht in deutschen Schulen - samstags besuchen. Eine davon ist in Münster, in der ca. 150 Kinder u.a. Bulgarische Sprache und Literatur, Geschichte und Geographie lernen.

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Unser Projekt "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten" wurde von der Deutsch-Bulgarischen Elterninitiative "Jan Bibijan" e.V. in Münster, die die Schule gegründet hat, zum Fest anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Bulgarischen Schule eingeladen, mit einem Informationsstand über Arbeitnehmerrechte teilzunehmen. Die Einladung haben wir dankend angenommen und haben am 11. September an einem ereignisreichen Jubiläum teilgenommen. Im Schlosspark in Münster" wurde zuerst eine Skulpturenausstellung "Bulgarische Buchstaben" von der Bürgermeisterin Maria Winkel, dem stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden im Landtag NRW, André Stinka, und der Generalkonsulin des Konsulats der Republik Bulgarien, Antoaneta Baycheva, eröffnet. Außerdem fand ein Konzert statt, an dem auch die Schüler*innen der Bulgarischen Schule in Münster teilgenommen haben. Unser bulgarischsprachiger Berater hat von der Bühne über 200 Besucher im Schlossgarten Münster begrüßt und unser kostenloses Beratungsangebot kurz vorgestellt. Gemeinsam mit Faire Mobilität haben wir den Informationsstand betreut, konnten viele Gespräche führen und Informationsmaterial über Arbeitnehmerrechte verteilen. Bei den Kontakten mit den Menschen vor Ort konnten wir sowohl Hilfe bei konkreten arbeitsrechtlichen Fragestellungen anbieten als auch Tipps von lokalen Beratungsstellen bekommen, in welchen Branchen die Menschen aus der Community beschäftigt sind - Fleischindustrie, Bau, Transport/Logistik. Diese Informationen und Vernetzung werden uns bei der Planung von künftigen Aktionen vor Ort bedeutend helfen.

Ausgeliefert: Amazon-Aktionstage prangern systematische Arbeitsausbeutung an

Unsere Berater*innen haben im Rahmen der bundesweiten Amazon-Aktionswoche vom 1. bis 4. September 2021 jeden Tag an Aktionen in Nordrhein-Westfalen teilgenommen.

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An mehreren Standorten haben wir gemeinsam mit dem DGB, ver.di, Faire Integration, Faire Mobilität, der Technologieberatungsstelle (TBS), dem Bündnis „Fair Fahren“ und weiteren sozial engagierten Kooperationspartnern und Politiker*innen den Fokus auf die Situation von Amazon-Kurierfahrer*innen und LKW-Fahrer*innen gelegt. In Essen, Dortmund, Duisburg, Mönchengladbach, Köln, Oelde und Düsseldorf konnten wir mehrere tausend Kurierfahrer*innen und LKW-Fahrer*innen – überwiegend Angestellte bei Subunternehmern von Amazon – erreichen, sie über ihre Arbeitsrechte informieren und Flyer mit unserem kostenlosen Beratungsangebot verteilen.

 

Bereits am ersten Tag bei den Aktionen in Essen und Dortmund gab es viel Resonanz: Menschen aus Bulgarien, Rumänien, der Türkei, Syrien, dem Iran, der Ukraine, Kirgisistan, Weißrussland zeigten sich aufgeschlossen und bedankten sich für unsere Unterstützung und Solidarität: Sie sind in ihrem Kampf für ihre Arbeitsrechte nicht alleine! In Dortmund wurde unsere gemeinsame Aktion auch von Anja Piel, Mitglied des Geschäftsführenden Bundesvorstandes des DGB, unterstützt.

 

Bei den Aktionen, die sich an osteuropäische LKW-Fahrer*innen richteten (Standorte in Dortmund, Oelde, Mönchengladbach), haben wir diese ebenfalls über die kostenlose Unterstützung unserer Beratungsstellen aufgeklärt und sie auf ihr Recht hingewiesen, für ihre Arbeit in Deutschland auch den gesetzlichen deutschen Mindestlohn einzufordern, was rückwirkend für drei Jahre möglich ist. Das war fast allen unbekannt, denn sie haben einen Arbeitsvertrag mit einem ausländischen Arbeitgeber und bekommen oft nur den Mindestlohn ihres Herkunftslandes (oder dem ihres Arbeitgebers) sowie einen Spesenbeitrag, so dass sie in der Regel immer unter dem deutschen Mindestlohn von derzeit 9,60 Euro brutto liegen. Einmal mehr haben wir bei den Menschen Unsicherheit und Angst vor dem Jobverlust gespürt bei der Vorstellung, gegen ihren Arbeitgeber vorzugehen oder einfach nur den deutschen Mindestlohn einzufordern. Fehlende Parkmöglichkeiten sowie sanitäre Anlagen und Aufenthaltsräume waren ebenfalls wichtige Themen.

 

Bei unseren Amazon-Aktionen in Essen, Duisburg, Köln und Düsseldorf haben wir hoch gestresste Kurierfahrer*innen erlebt, die wir mit Flyermaterialien über unsere Unterstützungsangebote informierten. Im Gegensatz zu den Aktionen in Essen, Duisburg und Düsseldorf, wo wir mit einer oder zwei Personen aus der Security an der Ein- bzw. Ausfahrt unsere Aktionen abstimmen und ohne Probleme unsere Arbeit machen konnten, haben am Standort in Köln (teilweise bis zu sieben!) Security-Beschäftigte und Vorarbeiter*innen für eine verhältnismäßig angespannte Atmosphäre gesorgt, in der die Kurierfahrer*innen offensichtlich Angst hatten, ein paar Worte mit uns zu wechseln und Flyer mitzunehmen. Die Menschen erzählten uns von täglichen Touren, die aufgrund der sehr hohen Paketzahl „nicht machbar“ seien, über nicht vergütete Überstunden und ein System von täglichen Druck, Angst und Übermüdung.

 

Unser Ziel im Projekt "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten" war es, während der Amazon-Aktionswoche mit so vielen Beschäftigten wie möglich zu sprechen, ihnen unsere Unterstützung anzubieten und Mut zu machen, für ihre Rechte zu kämpfen. Die Gespräche mit den Menschen bestätigten die seit langem bekannten ausbeuterischen Zustände in dieser Branche und enthüllten die immer wieder „innovativen“ Praktiken von Arbeitgebern und Subunternehmern, um den Mindestlohn zu umgehen. Zudem sind die überlangen Arbeitszeiten familienfeindlich! Alle Beteiligten an den bundesweiten Amazon-Aktionen fordern, dass Amazon mehr Verantwortung übernimmt, die Menschen direkt anstellt und ihre Arbeitsbedingungen verbessert! Denn bisher herrscht ein System der organisierten Verantwortungslosigkeit, dem die Beschäftigten weitgehend schutzlos ausgeliefert sind.

 

Neben der WDR-Lokalzeit berichteten auch die Rheinische Post, die NRZ, sowie die Ddorf-Aktuell - Internetzeitung Düsseldorf über die Aktion in Düsseldorf.

Hier zum WDR-Bericht über unsere Aktion in Köln am 3. September.

 

Weitere Eindrücke der Kolleg*innen von #FaireIntegration

https://www.facebook.com/Faire.Integration.BUND/posts/1118560178675785

Aktion bei der Allfrisch Geflügel-Produktions GmbH in Emsdetten

Im August haben wir unsere Aktionsreihe in der Fleischwirtschaft fortgesetzt und waren am 19. August vor Ort in Emsdetten bei der Allfrisch Geflügel-Produktions GmbH, um die Arbeitnehmer*innen über die aktuelle Entwicklung und ihre Arbeitnehmerrechte zu informieren.

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Gemeinsam mit der NGG Region Münsterland, Faire Mobilität und dem Betriebsrat im Unternehmen haben wir vor dem Werkstor einen Informationsstand aufgebaut und die Beschäftigten zum Zeitpunkt des Schichtwechsels angesprochen. Wir haben über 150 Personen erreicht, wobei die meisten Fleischarbeiter*innen aus Bulgarien kamen. Des Weiteren wurden auch Gespräche mit Kolleg*innen aus Ungarn, Rumänien und Polen geführt.
Die Menschen waren sehr an unseren Informationen und Tipps interessiert, wobei manche sich vor Ort sogar für eine NGG-Mitgliedschaft entschieden haben. Der neue Mindestlohn in der Fleischwirtschaft und die Entwicklung seit dem Verbot der Werkverträge im Kernbereich der Fleischwirtschaft standen auch bei dieser Aktion im Mittelpunkt der Gespräche. Die Beschäftigten, von denen viele der deutschen Sprache nicht mächtig waren, wollten die Rolle nachvollziehen, die bekannte Chefs aus früheren Subunternehmen jetzt im Betrieb spielen. Sie haben danach gefragt, wie man sich verhalten sollte, wenn man Unregelmäßigkeit auf der Lohnabrechnung feststellt, wenn Probleme bzw. Missverständnisse mit Vorgesetzten vorkommen oder wenn man – trotz Vollzeitstelle – früher nach Hause geschickt wird oder an einem Tag trotz Angebot der Arbeitskraft nicht arbeiten darf. Ein weiteres Thema, das die osteuropäischen Arbeitnehmer*innen angesprochen haben, waren die Wohnbedingungen bzw. die Miete. Die Fleischarbeiter*innen nahmen viele Projekt- und Fleischflyer mit und betonten, dass sie sich freuen würden, wenn wir bald wieder vor Ort eine Aktion für sie organisieren.

Vorsicht auf deutschen Baustellen

DEUTSCHE WELLE- Interview in rumänischer Sprache

 

Ein schlimmer Arbeitsunfall auf einer illegalen Baustelle im Zentrum von Bukarest hat für großes Aufsehen und Diskussionen in der rumänischen Community gesorgt - auch bezüglich der Sicherheit und arbeitsrechtlichen Bedingungen im deutschen Baugewerbe.

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Denn viele Bauarbeiter stammen aus Südosteuropa und arbeiten oft unter prekären Bedingungen. Dementsprechend lauern viele Fallen und Gefahren, insbesondere, wenn die Bauarbeiter nicht verstehen, welche Dokumente sie unterschreiben, die ihnen der Arbeitgeber vorlegt. So bringen sie sich schnell ungewollt in Situationen, die ernsthafte rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen können – von Scheinselbständigkeit, notgedrungen tolerierter Schwarzarbeit bis fehlendem Arbeitsschutz mit gravierenden gesundheitlichen und finanziellen Folgen.

In einem Interview mit der DEUTSCHEN WELLE berichtet unsere Beraterin aus der Beratungsstelle in Dortmund über die Probleme der ausländischen Bauarbeiter auf deutschen Baustellen und klärt über die wichtigsten Informationen auf, die man bei der Arbeit im Baugewerbe beachten sollte.

Das Interview wurde in rumänischer Sprache geführt und ist hier abrufbar.

Wie der deutsche Mindestlohn ausgebremst wird

Info-Aktion für LKW-Fahrer bei Amazon in Mönchengladbach

Wer auf deutschen Straßen LKW fährt, dem steht der deutsche Mindestlohn zu, aber dies wird oft systematisch unterlaufen, wie Fernfahrer bei einer Info-Aktion am Amazon-Standort in Mönchengladbach-Rheindahlen eindrücklich berichteten. Darüber hinaus: Fast alle wussten nicht, dass er ihnen arbeitsrechtlich zusteht und dass sie insbesondere nicht gezahlten deutschen Mindestlohn rückwirkend für drei Jahre einklagen können.

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Zusammen mit Kolleg*innen der Fairen Mobilität und der Beratungsstelle Arbeit in Mönchengladbach suchten wir am Samstag, 31.07.21, das Gespräch mit etwa 50 Fahrern aus der Ukraine, Polen, Moldawien, Lettland und Rumänien. Vielen arbeiten für litauische und polnische Unternehmen und erhalten für dieselbe Arbeit zwischen 38 Euro und 75 Euro pro Tag zusätzlich zu ihrem Mindestlohn aus den Herkunftsländern - wobei oft völlig intransparent ist, wieviel Geld für viele Stunden Fahrzeit sie bekommen, was Vergütung und was Spesen sind. Auch war vielen nicht bewusst, wie sie ihre Fahrdaten für sich selbst regelmäßig sichern und Fahrtzeiten in Deutschland dokumentieren können, um rückwirkend deutschen Mindestlohn geltend machen zu können. Die meisten Fahrer zeigten sich sehr aufgeschlossen, ließen sich auf lange Gespräche ein und nahmen dankend das Informationsmaterial an.

Weitere Aktionen sollen folgen und die Erkenntnisse fließen u.a. ein in Gespräche mit Lokal- und Bundespolitikern, die wir im Bündnis „Fair Fahren“ in der nächsten Zeit führen werden. Dem Zusammenschluss gehören Arbeit und Leben DGB/VHS NRW e.V., die Kirche für Fernfahrer der kath. Betriebsseelsorge MG, der Deutsche Gewerkschaftsbund Stadtverband Mönchengladbach , die Faire Integration beim DGB Bildungswerk, das Beratungsnetzwerk Faire Mobilität  vom DGB, der Förderverein Stiftung Volksverein Mönchengladbach e.V. , ver.di Bezirk Linker Niederrhein und die Beratungsstelle Arbeit im ALZ MG e.V. an.

ZDFinfo-Doku: Erntehelfer - Unsichtbar und ausgebeutet

Die Landwirte in Deutschland sind auf Erntehelfer aus Osteuropa angewiesen. Jedes Jahr kommen bis zu 300.000 Saisonarbeitskräfte aus Rumänien und Polen - vor allem, um Spargel zu stechen.

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Die Corona-Pandemie hat dieses System im vergangenen Jahr auf die Probe gestellt: Die Unterkünfte für die Arbeitskräfte mussten erweitert, Quarantäne-Regeln befolgt und regelmäßige Tests durchgeführt werden. Was hat die Branche mit Blick auf die zweite Spargelernte unter Corona-Bedingungen aus der Krise gelernt? Die Dokumentation "Erntehelfer - Unsichtbar und ausgebeutet" in ZDFinfo gibt Einblick in dieses System der Saisonarbeit. Der Film von Johannes Bünger und Vivien Pieper, die auch mit uns gedreht und Fälle aus unserer Beratungspraxis aufgegriffen haben, steht hier in der ZDFmediathek zur Verfügung:

www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/erntehelfer--unsichtbar-und-ausgebeutet-100.html

Weitere Info-Aktion für Fleischindustrie-Beschäftigte im Kreis Paderborn

Zusammen mit der NGG-Region Detmold-Paderborn und Campaigner*innen von Faire Mobilität haben wir eine weitere Aktion vor einem Fleischbetrieb in NRW durchgeführt.

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Vor dem Werkstor des Geflügelfleischbetriebes Heinrich Borgmeier GmbH & Co. KG in Delbrück, Kreis Paderborn, erreichten wir am 02.07.21 über 200 bulgarische, rumänische und polnische Arbeitnehmer*innen, die über die aktuelle Entwicklung in der Fleischwirtschaft und ihre Rechte aufgeklärt wurden. Die Beschäftigten haben unsere Projektflyer, spezialisierte Flyer über die Fleischindustrie sowie die neusten NGG-Infoblätter über den neu beschlossenen Mindestlohn in der Fleischbranche erhalten und wurden – wie die Fleischarbeiter*innen bundesweit auch – davor gewarnt, neue Arbeitsverträge zu unterschreiben, durch die die neuen Tariflöhne ausgetrickst werden könnten. Des Weiteren wurden die Menschen über das Thema Betriebsrat und Mitbestimmungsrecht informiert sowie über die weiteren Verhandlungen zwischen NGG und den Arbeitgebern bzgl. Nacht- und Überstundenzuschläge, Urlaub, Arbeitszeit, Weihnachtsgeld.

Eine positive Aussage der Menschen vor Ort war, dass in diesem Betrieb durch das neue Arbeitsschutzkontrollgesetz und die vielen Übernahmen aktuell ca. 500 Beschäftigte direkt beim Fleischbetrieb angestellt sind. Viele Arbeitnehmer*innen erzählten uns, dass sie von einem Job im Unternehmen über Freunde, Bekannte oder Verwandte erfahren haben, dass sie aber selbst nach Wohnungen suchen mussten. Besonders wichtige Themen waren für die Beschäftigten die aktuelle und künftige Bezahlung, Urlaub sowie die Regelungen der Entgeltfortzahlung während des Urlaubs.

Skepsis über den Branchenmindestlohn in der Fleischindustrie – Info-Aktion in Hilden

Eine unserer rumänischsprachigen Beraterinnen und eine Gewerkschaftssekretärin der NGG Düsseldorf, haben am 29.06.2021 in der Kantine von Vion ca. 120 Arbeitnehmer*innen aus Rumänien, Bulgarien, Albanien und Deutschland über den neuen Tarifabschluss informiert. 

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 Sie erklärten, wie es zum neuen Mindestlohn kam, was die Verhandlungen ergaben und erläuterten den Prozess der Allgemeinverbindlichkeitserklärung. Das Hauptziel der Informationsaktion war, die Beschäftigten umfassend zu informieren und einen vertrauten Raum für Diskussionen zu ermöglichen. Die Menschen sind sowohl mit uns als auch untereinander ins Gespräch kommen.

Mit reservierter Freude und großer Skepsis haben die Beschäftigten im Fleischbetrieb Vion in Hilden auf die Neuigkeiten über den neuen Branchenmindestlohn reagiert. Da sie besonders mit den Subunternehmen in der Vergangenheit gemischte Erfahrungen hatten, wollten sie den höheren Lohn schwarz auf weiß sehen. Viele wollten mit der Freude bis zur Lohnabrechnung warten, die die Versprechungen für eine bessere Bezahlung bestätigen soll. Für manche war die Neuerung nicht von Bedeutung, weil sie seit vielen Jahren im Betrieb tätig sind und ohnehin individuell höhere Löhne verhandelt haben. 

Erneut haben wir betont, dass bei Unsicherheit oder bei fehlenden Deutschkenntnissen keine neuen Arbeitsverträge oder Anlagen unterschrieben werden sollen. Hierzu haben wir und die NGG die Unterstützung beim Durchlesen angeboten, sodass die Beschäftigten sich im Klaren sein können, was die neuen Konditionen ihrer Arbeitsverhältnisse sind. Durch eine solche präventive Arbeit sollen Missverständnisse oder Probleme später vermieden werden.

Ferner informierte die NGG über die zusätzlichen Tarifverhandlungen mit Vion sowie über die weitere Vorgehensweise für Mitglieder in der Gewerkschaft DHV, deren Tariffähigkeit gerichtlich aberkannt wurde. Manche Beschäftigte erkundigten sich über die Vorteile einer Mitgliedschaft in der NGG und wollten daraufhin in die NGG wechseln bzw. beitreten.

Wir verfolgen die Entwicklungen weiterhin und warten wie die Beschäftigten auf erste Anzeichen der Mindestlohnerhöhung.

Fleischwirtschaft: Kündigung statt Übernahme - Fall des Monats Juni 2021

Seit dem 1. Januar 2021 sind Werkverträge in weiten Teilen der Fleischindustrie verboten. Doch das Werkvertragsverbot hat nicht alle Probleme beseitigt.

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Das Arbeitsschutzkontrollgesetz hat Beschäftigten in der Fleischindustrie und den Fachkräften in Beratungseinrichtungen große Hoffnungen gemacht: Das Verbot der Werkverträge im Kerngeschäftsbereich der deutschen Fleischwirtschaft sollte die Behandlung der Beschäftigten komplett verändern, vieles oder sogar alles besser machen. Unser Fall des Monats Juni 2021 aus der Beratungspraxis zeigt jedoch, dass das Gesetz nur der erste, wenn auch sehr wichtige, Schritt ist. Bis sich der Arbeitsalltag und die Arbeitskultur vollständig ändern, ist es aber noch ein langer Weg.

Mit dem Fall des Monats werden Fälle aus der Beratungspraxis beispielhaft dargestellt. Die Fälle werden unter www.gute-arbeitswelt.nrw im Auftrag des Ministeriums für Arbeit Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen von der G.I.B. NRW veröffentlicht.

Der Fall des Monats Juni 2021 ist hier zu finden.

Arbeitsausbeutung auf Erdbeerfeldern – Alles nur Einzelfälle?

Die Erdbeerernte ist im vollen Gange: Doch die Freude über die süßen Früchte wurde in den vergangenen Tagen durch Berichte über ausgebeutete marokkanische Erntehelfer*innen auf Groß-Plantagen in Spanien getrübt. Und wie ist die Situation auf deutschen Feldern?

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Radio BREMEN ZWEI hat mit unserem Projektkoordinator über harte Realitäten hinter den schmucken kleinen Verkaufsständen gesprochen - und warum es so schwierig ist, gegen die Ausbeutung von Saisonarbeiter*innen in der Landwirtschaft vorzugehen.

Zum Interview geht es hier.

Alte Zustände trotz gesetzlicher Verbesserungen in der Fleischindustrie?

Informationsaktion an Unterkünften wirft viele Fragen auf

 

Um uns ein eigenes Bild von den derzeitigen Lebens- und Arbeitsbedingungen von Beschäftigten in der Fleischindustrie zu verschaffen, waren wir im Kreis Gütersloh unterwegs und haben die Menschen an ihren Unterkünften aufgesucht.

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Gemeinsam mit der NGG, Region Ostwestfalen-Lippe, sowie Berater*innen und Campaigner*innen von Faire Mobilität haben wir die Arbeitnehmer*innen über ihre Rechte und aktuelle Entwicklungen in der Branche informiert.  Die zentralen Themen der Gespräche mit den Menschen aus vor allem osteuropäischen Herkunftsländern waren ihre Erfahrungen mit dem Arbeitsschutzkontrollgesetz, das seit Anfang des Jahres gilt, sowie der neue Mindestlohn in der Fleischindustrie.

Mit dem neuen Mindestlohntarifvertrag gilt ab dem Zeitpunkt der Allgemeinverbindlichkeit ein branchenweiter Mindestlohn von 10,80 Euro pro Stunde. Dieser soll in folgenden Stufen steigen:

    10,80 Euro mit Allgemeinverbindlichkeitserklärung, voraussichtlich ab dem 1. August 2021

    11,00 Euro ab 1. Januar 2022

    11,50 Euro ab 1. Dezember 2022

    12,30 Euro ab 1. Dezember 2023

Die Laufzeit des Vertrags endet am 30.11.2024.

Die Beschäftigten freuten sich einerseits auf die künftige bessere Bezahlung, andererseits zeigten sie sich immer noch besorgt über den rauen Ton und die Behandlung durch Vorgesetzte: ein Schock insbesondere für neu zugewanderte Arbeiter*innen, die mit ganz anderen Hoffnungen und Vorstellungen nach Deutschland gekommen sind. Auch nach der direkten Übernahme durch die Fleischbetriebe haben es viele der Beschäftigten mit denselben Vorarbeitern zu tun. Es herrschten teilweise die alten Methoden und, so erzählen sie, man versuche mit Angst und Druck für Disziplin zu sorgen, was häufig zu Konflikten führe und auch ein Grund für die hohe Fluktuation sei. Es gab jedoch auch Meinungen, dass nach der Übernahme durch die Fleischbetriebe die Behandlung durch manche Vorgesetzte und auch die Bezahlung besser geworden seien.

Ein weiteres wichtiges Thema bei unserer Aktion waren die Unterkünfte. Obwohl bereits erste Renovierungen vorgenommen wurden, sind die Wohnungen bzw. deren Zustand weiterhin oft problematisch. Unter Einhaltung der Coronaschutz-Regeln haben wir von Schimmel befallene Zimmer gesehen, in denen nicht-isolierte Kabel aus der Wand hingen. Die Bewohner beklagten sich darüber, dass sie für so ein nicht renoviertes Zimmer genauso viel bezahlen würden, wie diejenigen, die ein renoviertes Zimmer hätten, in deren Genuss aber nur einige wenige Vorgesetzte kämen. Außerdem war die Rede von Ungezieferbefall und Wohnungs-Belegungen mit bis zu 8 Personen. An einer der Adressen gab es nur einen Briefkasten und den Schlüssel dazu hätte nach den Schilderungen der Beschäftigten nur eine vorgesetzte Person, was die Postzustellung erschwere und in die Privatsphäre eingreife. Alles ausreichend Gründe für weitere Aktionen vor Ort, die bald folgen werden…

Hier finden sie Bilder zur Aktion.

 

„Gemeinsam für Verbesserungen kämpfen“

Die RHEINISCHE POST beschäftigt sich mit der prekären Situation der Erntehelfer*innen auf unseren Feldern. Welchen Härten sind die Menschen bei der Arbeit und Unterbringung ausgesetzt? Was bedeutet die Ausweitung der sozialversicherungsfreien Beschäftigung auf 102 Tage nun konkret? Und können wir noch ruhigen Gewissens Spargel oder Erdbeeren kaufen?

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Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie im Interview mit unserem Projektkoordinator hier.

Mangelhafter Schutz für Erntehelfer*innen

Unzureichender Infektionsschutz, Unterbezahlung, restriktive Arbeitsbedingungen – so erlebten viele Erntehelfer*innen die Landwirtschaftssaison 2020. Und jetzt? Wie ist die Situation ein Jahr später?

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Das ARD-Wirtschaftsmagazin Plusminus hat nachgefragt und für seinen Bericht auch Fälle aus unserer Beratungspraxis aufgegriffen. Zwei Saisonarbeiter aus Rumänien klagten u.a. über unwürdige Wohnbedingungen, einbehaltene Ausweisedokumente und nicht ausgezahlte Löhne. Zusammen mit dem zuständigen IG BAU-Gewerkschaftssekretär konfrontierten wir den Landwirt mit den Forderungen…

Zum Beitrag geht es hier.

Krankenversicherungsschutz für Erntehelfer*innen auf freiwilliger Basis?

Das Bundeskabinett hat beschlossen, dass Erntehelfer*innen bis Ende Oktober 102 Tage sozialversicherungsfrei arbeiten dürfen. Im zweiten Pandemiejahr mit zusätzlichen, gefährlicheren Virusmutationen ist eine fehlende Krankenversicherungspflicht für Saisonarbeiter*innen in der Landwirtschaft höchst problematisch.

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Eine unserer Berater*innen hat die Situation der Erntehelfer*innen und die Auswirkungen des fehlenden Krankenversicherungsschutzes im Podcast „Zurück zum Thema“ beim Radiosender Detektor FM eingeschätzt.

Zum Podcast geht es hier.

„Sie riskieren alles, damit wir Spargel bekommen“ - Saisonarbeiter*innen in der Coronakrise

Pünktlich zur Spargelernte steigt die Zahl der Erntehelfer*innen in Deutschland – und damit auch die Gefahr von Corona-Infektionen:

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Der SPIEGEL berichtet über komplizierte Regelwerke, unverbindliche Empfehlungen und mangelndem Schutz für die Menschen, der das Risiko von Corona-Infektionen größer werden lässt. Im Bericht findet sich auch eine Einschätzung unseres Projektkoordinators zur diesjährigen Situation der Saisonarbeiter*innen in der Landwirtschaft.

Den Artikel finden Sie hier.

Die polnische Redaktion der Deutschen Welle sowie die Gewerkschaftszeitung Tygodnik Solidarność greifen das Thema ebenfalls auf. Zu den Artikeln geht es hier:

https://www.dw.com/pl/der-spiegel-pracownicy-sezonowi-zagro%C5%BCeni-covidem-19/a-57096625

https://www.tysol.pl/a63705-W-Niemczech-znowu-nie-ma-komu-zbierac-szparagow

Vernetzte Hilfe für Saisonarbeiter*innen

Das Magazin Mitbestimmung der Hans Böckler Stiftung berichtet über die Arbeit unseres Projektes am Beispiel eines Beratungsfalles aus der Landwirtschaft.

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Eine unserer Beraterinnen und unser Projektkoordinator verdeutlichen die prekäre Situation der Erntehelfer*innen und Möglichkeiten der Unterstützung, auch im neuen gemeinsamen Netzwerk mit den Beratungsstellen Arbeit. Zu dem Thema gibt es noch eine Aktualisierung: Das Bundeskabinett hat nun beschlossen, dass Saisonarbeiter*innen in der Landwirtschaft 102 statt 70 Tage sozialversicherungsfrei beschäftigt werden können. Die Beratung im Bundestag soll noch im April stattfinden.

Zum Artikel in der „Mitbestimmung“ gelangen Sie hier.

„Weiter so wie bisher ist keine Option“ - Nachhaltige Landwirtschaft

Die Mitgliederzeitung „ver.di publik“ beschäftigt sich in ihrer aktuellen Ausgabe ausführlich mit dem Thema Nachhaltige Landwirtschaft.

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Darin auch eine Einschätzung unseres Projektkoordinators zur Situation der Saisonarbeiter*innen auf deutschen Feldern. Gibt es für sie nun auch bessere Arbeitsbedingungen, nach allem was man aus den Folgen der Corona-Pandemie in der Fleischindustrie gelernt hat?

Zum Artikel geht es hier.

Zur gesamten Spezial-Beilage Nachhaltigkeit gelangt man hier.

Bittere Ernte – Ausbeutung von Feldarbeiter*innen

Die taz macht ihre Ausgabe v. 22.03.2021 mit einem Fall aus unserer Beratungspraxis auf. Die oft prekären Arbeits- und Wohnverhältnisse der Saisonarbeiter*innen auf deutschen Feldern und im Garten- und Landschaftsbau rücken wieder zunehmend in den öffentlichen Fokus.

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Schon jetzt stellen wir wieder eklatante Verstöße gegen das Arbeitsschutz- und Mindestlohngesetz sowie gegen die Corona-Schutzverordnung fest.

Zu Berichterstattung und Kommentar der taz geht es hier:

Titelseite

Bericht

Kommentar

Erst Auflösungsvertrag, dann Obdachlosigkeit- Fall des Monats März 2021

Zwei bei einem Zeitarbeitsunternehmen beschäftigte Frauen aus Rumänien und Bulgarien wendeten sich an unsere Beratungsstelle, weil sie von akuter Obdachlosigkeit bedroht waren. Hintergrund: Sie hatten leichtfertig einen Auflösungsvertrag unterschrieben und sollten auch ihre Unterkunft räumen, die sie über das Zeitarbeitsunternehmen bekommen hatten.

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Um schnell Hilfe zu organisieren, setzten wir uns mit der Beratungsstelle Arbeit vor Ort in Verbindung. Der folgende aktuelle Fall aus unserer Beratungspraxis verdeutlicht, wie die gemeinsame Arbeit im NRW-Netzwerk gegen Arbeitsausbeutung ablaufen kann. Mit den Beratungsstellen Arbeit (BSA) führt das Land die Leistungen der bisherigen Erwerbslosenberatungsstellen fort und setzt mit dem Thema Arbeitsausbeutung einen neuen weiteren Schwerpunkt. Die ESF-geförderten Beratungsstellen Arbeit sind zugleich ein wichtiger Baustein beim Aufbau eines Netzwerks gegen Arbeitsausbeutung. Nähere Informationen finden sich hier: https://www.mags.nrw/beratungsstellen-arbeit-auftakt

Mit dem Fall des Monats werden Fälle aus der Beratungspraxis beispielhaft dargestellt. Die Fälle werden unter www.gute-arbeitswelt.nrw im Auftrag des Ministeriums für Arbeit Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen von der G.I.B. NRW veröffentlicht.

Der Fall des Monats März 2021 ist hier zu finden: https://www.gute-arbeitswelt.nrw/faire-beschaeftigung/beratungsangebote-fuer-beschaeftigte/faelle-aus-der-beratungspraxis/erst-aufloesungsvertrag-dann-obdachlosigkeit

Übernahme von Werksvertragsarbeiter*innen bei Westfleisch – Ist jetzt alles besser?

Online-Beratungsveranstaltung in rumänischer Sprache

Ist mit dem Verbot der Werkverträge im Kerngeschäft der Fleischindustrie nun alles besser? Diese Frage stellt sich oft, die Antwort aber können nur die Betroffenen geben.

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Bei Westfleisch bestehen schon seit Jahren Tarifverträge mit der Gewerkschaft NGG, seit der Übernahme der süd-osteuropäischen Beschäftigten sind auch sie direkt davon betroffen. Darum haben wir am 03. März 2021, zusammen mit Faire Mobilität und der Gewerkschaft NGG eine spezielle Online-Info-Veranstaltung für Beschäftigte bei Westfleisch in NRW angeboten.

Die Fragen rund um das Thema waren zahlreich: Sind neue Arbeitsverträge notwendig? Wird eine neue Probezeit vereinbart? Was passiert mit Restansprüchen aus dem Arbeitsverhältnis mit dem Subunternehmer? Wie sieht es mit der Unterbringung aus?

Teils herrschte Unzufriedenheit, weil es Kommunikationsprobleme gab und die Beschäftigten nicht richtig verstanden haben, unter welchen Umständen der Betriebsübergang erfolgt ist. Teils wurden Mitarbeiter*innen falsch eingruppiert oder manche Arbeitsbedingungen sind sogar schlechter geworden.

Die Veranstaltung in rumänischer Sprache wurde live über Facebook übertragen und ist bei den Kolleg*innen sehr gut angekommen. Sie haben sich aktiv beteiligt und viele Fragen gestellt, das aufgezeichnete Video wurde bereits mehrere tausend Male aufgerufen.

Hier geht es zur Info-Veranstaltung.

Arbeitsausbeutung in der Baumschule - Fall des Monats Februar 2021

Ab März startet die Spargelsaison und damit rücken die oft prekären Arbeits- und Wohnverhältnisse der Saisonarbeiter*innen auf deutschen Feldern und im Garten- und Landschaftsbau wieder in den breiten öffentlichen Fokus.

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Und es scheint sich trotz der Corona-Pandemie, die im vergangen Jahr für große Schlagzeilen auch in dieser Branche gesorgt hatte, nicht viel verbessert zu haben: Schon jetzt stellen wir wieder eklatante Verstöße gegen das Arbeitsschutz- und Mindestlohngesetz sowie gegen die Corona-Verordnung fest. Der folgende aktuelle Fall aus unserer Beratungspraxis verdeutlicht, wie dringend Verbesserungen in der Saisonarbeits-Branche notwendig sind.

Mit dem Fall des Monats werden Fälle aus der Beratungspraxis beispielhaft dargestellt. Die Fälle werden unter www.gute-arbeitswelt.nrw im Auftrag des Ministeriums für Arbeit Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen von der G.I.B. NRW veröffentlicht.

Der Fall des Monats Februar 2021 ist hier zu finden: https://www.gute-arbeitswelt.nrw/aktuelles-downloads/aktuelles/arbeitsausbeutung-in-der-baumschule

Es hat sich nur auf dem Papier etwas verändert

Für die Beschäftigten in der Fleischindustrie galt das neue „Gesetz zur Verbesserung des Vollzugs im Arbeitsschutz“ (Arbeitsschutzkontrollgesetz) als der lang ersehnte Wendepunkt in Richtung bessere Arbeitsbedingungen und Beseitigung der Missstände.

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Dass die neuen Regeln ein enorm wichtiger Schritt in die richtige Richtung sind, ist aus unserer Sicht unumstritten, denn wir erwarten durch das Verbot der Werkverträge und Leiharbeit im Kerngeschäft auf Dauer eine maßgebliche Einschränkung der seit langer Zeit üblichen Ausbeutung der Arbeitnehmer*innen. Doch wie nehmen die Menschen in der Fleischindustrie die neuen Bedingungen an ihrem Arbeitsplatz wahr? Haben sie sich zu schnelle und zu spürbare Verbesserungen versprochen?

Einer unserer Berater gibt im Rahmen des Deutschlandfunk-Beitrags „Fleischarbeiter trotz neuem Gesetz unzufrieden“ Einblicke in die Erwartungen und Hoffnungen sowie die tatsächliche Lebens- und Arbeitsrealität der Beschäftigten, nachdem sie nun von den Fleischbetrieben direkt übernommen wurde.

Hier geht es zum ganzen Artikel.

Hier geht es direkt zum Interview.

Ein Gesetz ist keine Garantie

Das neue Arbeitsschutzkontrollgesetz in der Fleischindustrie ist am 01.01.2021 in Kraft getreten. Unsere Beratungsstellen begleiten seit November 2020 die Übernahme vieler ehemaliger Werkvertragsbeschäftigter aus südosteuropäischen Herkunftsländern. Der Übernahmeprozess wirft viele Fragen auf: Was ändert sich genau und sind positive Veränderungen in der Personalführung, in den Arbeitsbedingungen oder bei der Unterbringung schon spürbar?

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Wir glauben, die Grundlage für Verbesserungen wurde durch das Gesetz geschaffen, jedoch muss man jetzt nicht weniger aufmerksam die Situation in der Fleischindustrie beobachten. Darüber hinaus sind engmaschige Kontrollen, ob die neuen gesetzlichen Vorschriften wirklich umfassend im Arbeitsalltag umgesetzt werden, nötiger denn je.

In der Westfälischen Post und in der WAZ äußerte sich eine unserer Beraterin dazu:

https://www.wp.de/region/sauer-und-siegerland/fleischbranche-zweifel-an-wirksamkeit-des-neuen-gesetzes-id231212740.html

BR-Hörfunk-Interview

Um Mängel unter anderem in der Fleischindustrie zu beheben, hatte die Bundesregierung den Entwurf eines Arbeitsschutzkontrollgesetzes auf den Weg gebracht. Der Bundestag hat das Gesetz nun beschlossen. In der Fleischindustrie sollen damit Werkverträge und Leiharbeit im Kerngeschäft verboten werden. Werden damit aber die Missstände behoben werden?

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In einem Interview im Radiosender Bayern 2 mit einem unserer Berater am 16. Dezember 2020 wurde auf die Probleme und die Nöte der Arbeitnehmer*innen eingegangen und die Wichtigkeit der neuen Regelungen analysiert. Neben den seit Jahren bekannten Missständen wie nicht ausgezahlte Löhne, nicht vergütete Überstunden, fehlende Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder während des Urlaubs, unrechtmäßige Kündigungen und den generell schlechten Arbeitsbedingungen, wurde die enorme Abhängigkeit der Beschäftigten von den Werkvertragsunternehmen besonders hervorgehoben. Die Auswirkungen der neuen Gesetzeslage auf den Alltag in der Fleischindustrie ab dem 1. Januar 2021 bleibt abzuwarten: Wir hoffen aber, dass durch die direkten Anstellungen in den Fleischbetrieben, die neu eingeführte Kontrolldichte, höhere Bußgelder und Mindeststandards für Unterkünfte, die Beschäftigten eine deutliche Verbesserung ihrer Arbeits- und Lebensbedingungen in Deutschland spüren werden.

Letzte Aktion in der Fleischindustrie für 2020 in Finnentrop

Unsere letzte Aktion in diesem für die deutsche Fleischindustrie so wichtigem Jahr 2020 hatten wir am 11. Dezember in Finnentrop im Sauerland.

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Bei Metten Fleischwaren haben wir gemeinsam mit NGG-Region Südwestfalen und mit Campaignerinnen der Beratungsstelle Faire Mobilität Informationsstände eingerichtet und uns bei niedriger Dezembertemperatur für die Informationsaktion für die Beschäftigten vorbereitet.

Einen ausführlichen Bericht gibt es hier.

Doppelte Aktion bei Tönnies

Auch zu Beginn der kalten Jahreszeit standen wir nicht still und machten uns auf den Weg nach Rheda-Wiedenbrück. Dort redeten wir mit mehreren hundert Angestellten von Tönnies. Wir beantworteten ihre Fragen, bezüglich der bald geltenden Neuregelungen in der Fleischindustrie.

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Einen ausführlichen Bericht gibt es hier.

Ein Foto gibt es hier.

Gleich drei neue Westfleisch Aktionen

In drei Westfleisch Werken, Lübbecke, Hamm und Coesfeld, setzten wir unsere Aktionsreihe an großen Fleischbetrieben in NRW fort.

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Ziel war wieder der Kontakt mit den Angestellten, um ihre Sicht auf die aktuellen Entwicklungen in der Fleischindustrie zu erfahren. Natürlich hatten wir auch Infomaterialien dabei.

Ausführlicher Bericht zur Aktion in Lübbecke

Bilder zur Aktion in Lübbecke

Ausführlicher Bericht zur Aktion in Hamm

Bilder zur Aktion in Hamm

Ausführlicher Bericht zur Aktion in Coesfeld

Bild zur Aktion in Coesfeld

Stellungnahme im Deutschlandfunk

Der Bundesarbeitsminister und die Bundesregierung sind fest entschlossen, die Werkverträge in der Fleischindustrie ab dem 1. Januar 2021 zu verbieten und die organisierte Verantwortungslosigkeit und die Arbeitsausbeutung in dieser Branche zu beenden.

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Auch wenn dieser Schritt in die richtige Richtung Grund zu vorsichtigem Optimismus gibt, stellen sich viele Beschäftigte aus anderen Branchen die berechtigte Frage, ob sie in ihrem beruflichen Alltag auch so eine – ja fast revolutionäre – Veränderung erleben würden. Denn allzu oft berichten uns Arbeitnehmer*innen über Subunternehmer bzw. Subunternehmerketten, die eine Arbeitsausbeutung des schwächsten Glieds in der Kette ermöglichen und die Schutzmöglichkeiten der Arbeitskräfte stark beeinträchtigen. Einer unserer Berater im Projekt „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ und ein Ratsuchender wurden im Rahmen der Deutschlandfunk-Sendung „Werkverträge verboten, Ausbeutung gestoppt?“ um eine Stellungnahme gebeten.

Die Audidatei finden sie hier.

Den ganzen Artikel finden sie hier.

Erneute Aktion für Beschäftigte in Schlachthöfen

Ende September sprachen wir erneut gezielt Beschäftigte an, die in Bochum und Oer-Erkenschwick arbeiteten. Wir informierten sie über ihre Rechtslage und gaben ihnen verschiedene Hinweise, wie sie sich gegen die katastrophale Behandlung am Arbeitsplatz schützen können.

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Einen Bericht zur Aktion in Bochum gibt es hier.

Einen Bericht zur Aktion in Oer-Erkenschwick gibt es hier.

Initiative Faire Landarbeit

Die Initiative Faire Landarbeit wurde von einem Bündnis, bestehend u.A. aus der Industriegewerkschaft BauenAgrar-Umwelt (IG BAU), den DBG-Beratungsstellen für Arbeitsrecht von Faire Mobilität und Arbeit und Leben, in 2016 umgesetzt.

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Unter dem Thema landwirtschaftliche Saisonarbeit finden mehrere Aktionen zur Information der Saisonarbeitskräfte statt. Öffentlichkeits- und Recherchearbeit, sowie Rechtsberatung und Unterstützung bei arbeitsrechtlichen Problemen gehören dazu. Im Rahmen des jährlichen Berichtes, werden mehrere Kooperationspartnern und Akteure mit eigener Facherfahrung miteinbezogen. So einen Input seitens des Projekts ‚ Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten‘ befindet sich in dem Bericht der Initiative Faire Landarbeit für das Jahr 2020.

Einen ausführlichen Bericht gibt es hier.

LKW Aktion vom 21.09.2020

Um ausländische Kraftfahrer über ihre Rechte aufzuklären, haben wir an einer internationalen Informationsaktion teilgenommen.

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Wir sprachen beim IKEA Logistik Zentrum in Dortmund mit LKW Fahren über den deutschen Mindestlohn, die erlaubten Lenkzeiten und das neue Mobilitätspaket.

Einen ausführlicheren Bericht gibt es hier.

Anhörung im Landtag

Auch wir waren dabei, als am 23.09.2020 im Landtag NRW eine Anhörung zur Situation in den Schlachthöfen stattfand.

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Kernthemen von uns waren natürlich die Unterbringung der Arbeitnehmer*innen und die Probleme mit Werkverträgen und der generellen Art der Beschäftigung, die in der Fleischindustrie vorherrschen.

Die ganze Stellungnahme gibt es hier

Erneut Info-Aktionen für Werkvertragsarbeitende - Bericht von Gute Arbeitswelt NRW

Die Informationsaktionen vor Ort von unseren Berater*innen im Projekt „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ wurden auch im September fortgesetzt.

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Gemeinsam mit langjährigen Kooperationspartnern wurden osteuropäische Arbeitnehmer*innen im Kreis Gütersloh vor Werkstoren oder vor der Unterkunft in der Arbeitersiedlung angesprochen, beraten und mit Informationsmaterialien versorgt.

Mehr auf Gute Arbeitswelt NRW.

Nie mehr zu Tönnies - Artikel im Publik Forum

Die Fleischindustrie, die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen und die Schicksale der Arbeitnehmer*innen bleiben weiterhin im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses.

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Das Ziel der Beschäftigten aus Osteuropa auf einem Arbeitsmarkt fernab der Heimat nach einer fairen Arbeit zu suchen und somit ihre Familien zu ernähren stößt leider oft auf Arbeitgeber*innen, die die Herkunft der Zugewanderten und die Situation mit ihren fehlenden Sprach- und Arbeitsrechtskenntnissen gnadenlos ausnutzen.

Einer unserer Berater aus dem Projekt "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten"  hat den rauen Alltag in der Fleischbranche kommentiert.

Informationsaktion für Werkvertragsarbeitende – Bericht von Gute Arbeitswelt NRW

Durch das Verbot der Werkverträge in der Fleischindustrie wurde zwar vielen Arbeitnehmer*innen geholfen, einige waren aber unsicher, was das für sie in Zukunft bedeutet.

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Um ihnen diese Ängste zu nehmen haben unsere Berater*innen von „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ mit ihnen gesprochen.

Gute Arbeitswelt NRW hat darüber berichtet.

Schattenwelten: Wie Arbeiter aus Osteuropa mit Werkverträgen ausgebeutet werden - Beitrag ARD Monitor

Werkverträge können dazu genutzt werden temporär auftretende Produktionsspitzen abzufedern, sie geben Unternehmen die dafür benötigte Flexibilität. Die Realität zeigt aber, dass Werkverträge insbesondere im Baugewerbe, der Fleichindustrie oder Landwirtschaft häufig missbraucht werden:

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In Verbindung mit einem undurchsichtigen Geflecht von Subunternehmen dienen sie der Ausbeutung von Arbeitskräften, häufig stammen diese aus Osteuropa. In einem Beitrag von Monitor in der ARD wurde das System dahinter genauer beleutet, eine unserer Beraterinnen hat dafür Einblicke in die Erfahrungen aus der Beratungsarbeit gegeben.

Der Beitrag "Schattenwelten: Wie Arbeiter aus Osteuropa mit Werkverträgen ausgebeutet werden" wurde am 30. Juli 2020 in der ARD-Sendung Monitor ausgestrahlt.

Arbeitsbedingungen von Erntehelfer*innen im Fokus - Stellungnahme für dpa-Mitteilung

Nach Corona-Ausbrüchen in landwirtschaftlichen Betrieben in unterschiedlichen Bundesländern stehen die Arbeits- und Unterbringungsbedingungen dort im Fokus.

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Für eine Mitteilung der dpa hat eine unserer Beraterinnen eine Stellungnahme zur aktuellen Lage abgegeben und unterschiedliche Vorgänge kommentiert.

Die dpa-Mitteilung wurde unter anderem in Beiträgen

der Welt,

der Westfälischen Nachrichten

und der Aachener Zeitung aufgegriffen.

Beschäftigungsbedingungen in der Lebensmittelindustrie - Interview mit dem SWR2

Durch die zahlreichen Fälle von Corona-Infektionen in der Fleischindustrie und der Landwirtschaft stehen die dortigen Beschäftigungsbedingungen aktuell stark im Fokus.

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In einem Interview mit dem SWR2 hat eine unserer Beraterinnen darüber berichtet was die aktuelle Situation für die Beschäftigten und die Betriebe bedeutet.

Der Beitrag wurde als Teil der SWR2-Sendung Aktuell am 28. Juli 2020 (Minuten 00:30 bis 06:45) ausgestrahlt.

Kein Abstand, nirgends - Bericht der Süddeutschen Zeitung über Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft

Was haben die großen Fleischbetriebe mit Obsthöfen gemeinsam? Diese Frage stellte sich insbesondere vor dem Hintergrund der steigenden Zahlen von Corona-Fällen in beiden Branchen.

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Die Antwort: Beide beschäftigen Arbeitnehmer*innen aus Südosteuropa unter preköären Bedingungen. Dazu gehören auch überbelegte und überteuerte Unterkünfte, unzureichender Arbeitsschutz und somit auch zur Vorbeugung von Infektionen mit Corona. Eine unserer Beraterinnen hat in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung die aktuell laufenden Verhandlungen zu einem neuen Arbeitsschutzgesetz des Bundeskabinetts kommentiert.

Der Beitrag ist unter dem Titel "Kein Abstand, nirgends" am 27. Juli 2020 in der Süddeutschen Zeitung erschienen.

Ausgenommen – Menschenrechte in der Fleischindustrie - Aufzeichnung einer Panel-Diskussion der Universität Münster

Nach dem neuesten Corona-Ausbruch in einem Schlachtbetrieb der Firma Tönnies flammt die Diskussion über Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie neu auf. Im Zentrum der Kritik stehen die Verletzung von Arbeitsschutzstandards, ausbeuterische Arbeitsbedingungen, aber auch die menschenunwürdige Unterbringung der Arbeiter*innen.

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Der jüngste Corona-Ausbruch in Gütersloh ist wie ein Brennglas für diese Problematiken in der Fleischindustrie. Die Diskussion und das Wissen um die Missstände sind nicht neu, aufgrund der aktuellen Situation erfahren sie aber eine Dynamik, die in der Vergangenheit fehlte. Die Universität Münster hat am 09. Juli 2020 deshalb eine Panel-Diskussion organsiert, in deren Mittelpunkt die Frage stand, ob die aktuelle Krise eine Gelegenheit bietet, Menschenrechtsstandards nicht nur in Lieferketten, sondern auch in deutschen Betrieben durchzusetzen. Eine unserer Beraterinnen teilte bei der Diskussion Einblicke in die Beratungspraxis.


Die Panel-Diskussion wurde am 09. Juli 2020 als Livestream auf Youtube gesendet, die Aufzeichnung ist hier abrufbar.

 

Interview mit einer unserer Beraterinnen - Der Spiegel

Im Rahmen eines von Der Spiegel koordinierten Recherche-Projekts zu den problematischen Beschäftigungsbedingungen in der Landwirtschaft wurde eine unserer Beraterinnnen interviewt.

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In dem Interview spricht sie über die Beratungserfahrung aus dem Projekt und über notwendige Maßnahmen um den in der Branche weitverbreiteten Ausbeutungsformen vorzubeugen

Das Interview ist unter dem Titel "Arbeitgeber wetten darauf, dass die Menschen sich nicht wehren" am 20. Juli 2020 auf Spiegel-Online erschienen.

Erntehelfer in Deutschland: Das brutale Geschäft mit den Unsichtbaren - Der Spiegel veröffentlicht internationale Recherche

In der Landwirtschaft in Deutschland wird bei Beschäftigungpraktiken seit Jahren mit unterschiedlichen Tricks gegen Gesetze verstoßen. Menschenwürdige Arbeitsbedingungen haben dabei kaum eine Rolle gespielt und die Saisonkräfte aus Osteuropa waren zumeist nur ein billiges Instrument, um große Gewinne zu erzielen.

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Einen vergleichenden Blick auf die aktuelle Situation, sowohl in Deutschland als auch in anderen europäischen Ländern, bietet Der Spiegel in einer vergleichenden Analyse. Teil der Recherche ist auch einen Fall aus der Praxis unserer Beratungsstelle in Düsseldorf.

Der Spiegel hat seine internationale Recherche unter dem Titel "Erntehelfer in Deutschland: Das brutale Geschäft mit den Unsichtbaren" veröffentlicht.

Hilfe für Tönnies-Beschäftigte die unter Quarantäne stehen - Bericht in ZDF Zoom

Nach dem Aufruf an die Bürger*innen, Geschenkpakete für unter Quarantäne stehende Beschäftigte bei Tönnies zusammenzustellen und Solidarität zu zeigen, trafen Hunderte Pakete mit Nahrungsmitteln, Kinderspielen, Büchern und Hygieneartikeln ein.

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Einer unserer Berater hat zusammen mit anderen Gewerkschafter*innen, Berater*innen von Faire Mobilität und engagierten Bürger*innen die Pakete an Wanderarbeiter*innen verteilt, die im Kreis Gütersloh unter Quarantäne stehen. Dabei wurden auch Aufklärungsgespräche mit Arbeitnehmer*innen geführt und Flyer verteilt - natürlich immer unter Einhaltung des Mindestabstands und der geltenden Hygienevorschriften. Die Menschen haben sich erneut sehr eindeutig über die oft unerträglichen Arbeitsbedingungen und über die Werkvertragsfirmen in der Fleischindustrie geäußert. Ein Kamerateam des ZDF hat die Aktion begleitet.

Der Bericht über die Aktion ist in der ZDF-Sendung Zoom (Minuten 01:25 bis 04:39) am 15. August 2020 erschienen.

Infostand mit Erwebslosenberatungsstelle und Kolpingwerk in Beckum - Artikel in Beckumer Zeitung und auf gute-arbeitswelt.nrw

Einer unserer Berater hat zusammen mit der Erwerbslosenbeartungsstelle "Impulse" und dem Kolpingwerk der Diözese Münster über die Beratungsangebote für Arbeitnehmer*innen aus Südosteuropa informiert.

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Mit dem Infostand auf dem Wochenmarkt in Beckum suchten sie den direkten Kontakt zu Passant*innen und sind so mit den Bürger*innen vor Ort über die oftmals präkeren Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer*innen aus Südosteuropa ins Gespräch gekommen.

Die Glocke hat in dem Artikel "Beratung für Arbeitnehmer aus Südosteuropa - Auf Dringlichkeit aufmerksam machen" in der Ausgabe vom 02. Juli 2020 über die Aktion berichtet. Unter dem Titel "Aufklärungsarbeit gegen Arbeitsausbeutung" wurde zudem ein Bericht auf gute-arbeit.nrw veröffentlicht.

Praktiken in der Fleischindustrie und Forderungen an die Politik - Interview mit der Schwäbischen Zeitung

Die Praktiken in der Fleischindustrie sind seit langer Zeit bekannt - eigentlich. Denn über viele Jahre hat nur ein kleiner Teil der Öffentlichkeit die Berichte über unhaltbare Zustände in Betrieben und Unterkünften tatsächlich wahrgenommen.

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Die aktuelle Situation hat dazu geführt, dass breite Teile der Öffentlikchkeit auf das Thema aufmerksam geworden sind und so zunehmend politischer Druck entsteht. In einem Interview mit der Schwäbischen Zeitung hat eine unserer Beraterinnen über ihre Erfahrungen aus der Praxis berichtet und Forderungen an die Politik formuliert.

Das Interview ist unter dem Titel "Das Leiden in der Fleischfabrik" in der Schwäbischen Zeitung erschienen.

Verbot von Werkverträgen in der Fleischindustrie ist ein wichtiger Schritt, aber nicht die einzige Lösung – Interview mit Radio France International

Die Arbeitsbedingungen in Fleischindustrie stehen seit Monaten im Fokus der Öffentlichkeit, aufgrund der Infektionsherde die zu regionalen Lockdowns geführt haben. Dabei wurden auch die prekären Arbeits- und Lebensbedingungen der Fleischarbeiter*innen sichtbar, die größtenteils aus Osteuropa stammen.

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Auf politischer Ebene wurden trotz der Proteste aus der Wirtschaft große Schritte angekündigt. Der jahrelange Kampf der Gewerkschaften und der Beratungsstellen für eine bessere Behandlung der Fleischarbeiter*innen geht damit in eine entscheidende Phase.

Eine unserer Beraterinnen hat im Interview mit Radio France International über die Pläne des Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zur Abschaffung von Werkverträgen und Arbeitnehmerüberlassung in der Fleischindustrie gesprochen. Demnach müssten die großen Fleischunternehmen die direkte Verantwortung für die Beschäftigten tragen und gleiche Standards für alle einführen. Das Verbot der Auslagerung des Kerngeschäfts wäre ein wichtiger Schritt, dies allein würde jedoch nicht die komplexe Problematik in der ganzen Branche lösen. Thematisiert wurden im Gespräch auch die prekäre Arbeits- und Lebenssituation osteuropäischer Arbeitnehmer*innen, ihre Rechte auf dem deutschen Arbeitsmarkt sowie Handlungsmöglichkeiten bei Missständen.

Das Interview mit Radio France International wurde auf Rumänisch geführt und kann hier angehört werden.

Reportage über die Fleischindustrie in Nordrhein-Westfalen - Stellungnahme für bulgarischen Fernsehsender btv

Der bulgarische Fernsehsender btv hat in seiner zentralen Nachrichtensendung eine Reportage über die Fleischindustrie in Nordrhein-Westfalen ausgestrahlt.

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Für den Beitrag in der abendlichen Nachrichtensendung, vergleichbar mit der Tagesschau in Deutschland, wurde einer unserer Berater um ein Interview gebeten. In der veröffentlichten Stellungnahme geht er insbesondere auf die Arbeitsbedingungen der Arbeiter*innen aus Bulgarien ein.

Der Ausschnitt des Interviews für btv vom 26. Juni 2020 ist hier zu sehen (Minute 1:15 bis 1:40).

Die Stellungnahme wurde zudem in späteren Nachrichtensendungen von btv übernommen sowie von anderen zur Sendergruppe gehörenden Kanälen gezeigt.

Tönnies-Arbeitern wurde nahegelegt zu schweigen - Interview mit Deutscher Welle

Die hohe Zahl an Corona-Infizierten Arbeiter*innen in dem Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück hat erneut ein Schlaglicht auf die Arbeitsbedingungen in der Schlachtung und Fleischverarbeitung geworfen.

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Eine unserer Berater*innen hat in einem Interview mit der Deutschen Welle ihre Erfahrungen geschildert und Einblicke in ein System gegeben, das sich am besten mit "organisierter Verantwortungslosigkeit" beschreiben lässt. Dass nun die Beschäftigten für das Infektionsgeschehen verantwortlich gemacht würden, sei schlichtweg "zynisch".

Der Artikel ist auf Deutsch, Englisch und Rumänisch erschienen. Außerdem wurde er von Focus Online und der Frankfurter Rundschau aufgegriffen.

Begrüßung von Erntehelfer*innen aus Bulgarien - www.gute-arbeitswelt.de

Am 15. Juni 2020 hat einer unserer Berater*innen, gemeinsam mit der IG BAU Rheinland und Faire Mobilität, am Flughafen Düsseldorf gelandete Erntehelfer*innen aus Bulgarien begrüßt.

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Unter anderem wurden Flyer mit den Kontaktdaten der Beratungsstellen verteilt und eine Durchsage auf Bulgarisch über den Bordfunk der Transferbusse gemacht.

Die Aktion wurde in einem Beitrag auf www.gute-arbeitswelt.nrw dokumentiert.

Ausbeutung auf Baustellen - So prekär leben Wanderarbeiter in Deutschland

Der Beitrag des Y-Kollektiv beleuchtet die Bedingungen unter denen Menschen aus Rumänienen und Bulgarien auf deutschen Baustellen beschäftigt werden.

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Dubiose Arbeitsverträge und Stundenlöhne unter 3 Euro sind dabei keine Seltenheit. Auf Anfrage haben wir einen Ratsuchenden vermittelt, der in dem Videobeitrag seine Erfahrungen in der Branche schildert.

https://www.youtube.com/watch?v=oMUwSaPmX-8 (Minute 12:50 - 15:20)

Informationen für und über osteuropäische Beschäftigte - Bericht auf gute-arbeitswelt.nrw

Zahlreiche Beschäftigte aus Osteuropa sind während der Corona-Pandemie besonders gefährdet.

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Gemeinsam mit den Erwerbslosenberatungsstellen von impulse e.V. und dem Kolpinger Bildungswerk war eine unserer Berater*innen am 19. Mai 2020 mit einem Infostand zu diesem Thema in Warendorf vertreten, um über die aktuelle Situation aufzuklären.

Der Bericht über die Aktion kann hier auf gute-arbeitswelt.nrw nachgelesen werden.

Kooperation mit Erwerbslosenberatungsstelle - Caritas Blog

Aufregung in Bornheim im Rheinland – aufgebrachte Erntehelfer*innen verweigerten die Arbeit.

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Der Vorwurf an den ansässigen Spargel- und Erdbeerhof wiegt schwer: ungerechtfertigte Lohnabzüge und schlechte Hygieneverhältnisse. Gemeinsam mit der Erwerbslosenberatung des SKM Rhein-Sieg-Kreis hat eine unserer Berater*innen dort Unterstützung für die Betroffenen angeboten.

Die Caritas hat in einem Blog-Beitrag darüber berichtet.

Obdachlos nach Obsternte auf deutschen Feldern - Fall des Monats Mai 2020

Was passiert wenn rumänische Erntehelfer*innen sich nach drei Wochen harter Arbeit nach ihrer Entlohnung erkundigen? In diesem Fall wurde ihnen sofort gekündigt und sie landeten buchstäblich auf der Straße.

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Es folgte eine Odyssee bei der sie letztendlich von dem Obsthof in der Nähe von Bonn bis nach Leverkusen zu Fuß liefen, bevor sie Hilfe bei einer unserer Berater*innen fanden.

Mit dem Fall des Monats werden Fälle aus der Beratungspraxis beispielhaft dargestellt. Die Fälle werden unter www.gute-arbeitswelt.nrw im Auftrag des Ministeriums für Arbeit Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen von der G.I.B. NRW veröffentlicht.

Der Fall des Monats Mai 2020 ist hier zu finden.

Arbeitsausbeutung von Beschäftigten aus Bulgarien in Nordrhein-Westfalen - Interview im Deutschlandfunk

Nicht gezahlte Löhne, ungerechtfertigte Kündigungen, schlechte Arbeitsbedingungen und allgemeine Verunsicherung gegenüber dem Arbeitgeber.

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Die Beschäftigten aus Bulgarien im Niedriglohnsektor, die für eine bessere Zukunft nach Deutschland gekommen sind, werden wie viele andere osteuropäischen Arbeitnehmer*innen in Deutschland häufig ausgebeutet. Bestimmte Arbeitgeber*innen nutzen die fehlenden Sprach- oder Rechtskenntnisse der Zuwanderer*innen gezielt aus. Einer unserer Berater hat in einem Interview mit dem Deutschlandfunk über seine Erfahrungen mit bulgarischen Arbeitnehmer*innen in Nordrhein-Westfalen berichtet, die unter unfairen Bedingungen arbeiten.

Der Beitrag Abgezockt, betrogen, gefährdet – Rumänen und Bulgaren in Deutschland wurde am 23. Mai 2020 im Deutschlandfunk gesendet. Das Interview beginnt ab Minute 31:26.

Werkarbeiter, Erntehelfer, Billiglöhner: Wie sind ihre Lebensumstände? - Beitrag in der Aktuellen Stunde

Frische Erdbeeren und Spargel gehören einfach dazu. Jedes Jahr zwischen April und Juli zählen sie zu den beliebtesten Obst und Gemüsesorten in Deutschland. Aber unter welchen Bedingungen arbeiten und leben Menschen, die sie auf den Feldern für uns ernten?

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Menschenwürdige Bedingungen in der Landwirtschaft sind leider nicht selbstverständlich. Der gesetzliche Mindestlohn wird mit unterschiedlichen Tricks unterlaufen. Ein Beispiel: Akkordarbeit ist unter bestimmten Umständen zulässig, darf aber nicht dazu führen, dass der Mindestlohn unterschritten wird. Auch diverse Abzüge für Miet-und Verpflegungskosten sind weit verbreitet. Die Wohnbedingungen sind zudem häufig sehr schlecht. In der Coronakrise führen insbesondere die fragwürdigen Lebensbedingungen in Gruppenunterkünften zu ernsten Problemen. Eine unserer Berater*innen wurde von einem Kamerateam des WDR begleitet, als sie in Bornheim bei einem Gemüsebauern Beschäftigte aus Rumänien über ihre Rechte aufgeklärt hat.

Der Beitrag wurde in der Aktuellen Stunde vom 24. Mai 2020 ausgestrahlt.

Arbeitsniederlegung von Erntehelfer*innen für Lohnauszahlung - Interview Deutsche Welle

Jahrelang sind die Arbeitsbedingungen von Erntehelfer*innen im dunkeln geblieben, in der aktuellen Situation kommen sie nun immer häufiger ans Tageslicht.

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Über 250 Rumänen haben nach einem Monat die Arbeit auf einem Obsthof in Bornheim niedergelegt und für Lohnauszahlung protestiert. Wie ist es überhaupt zu dieser akuten Situation angekommen, wie sieht die Chance einer Lohnauszahlung aus, was ist die Rolle des Bauernverbands und wer haftet für die Rückführung?  Eine unserer Berater*innen war vor Ort und hat diese Fragen, auch mit Blick auf die allgemeine Problematik in der Landwirtschaft, in einem Interview für die Deutsche Welle beantwortet.

Das Interview wurde auf rumänisch geführt und am 20. Mai 2020 von der Deutschen Welle als Video auf Facebook und YouTube veröffentlicht.

Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie – Beitrag WDR Markt

Durch die Corona-Krise und zahlreiche Infektionen in Schlachthöfen sind die seit langem bekannten Missstände in der Fleischindustrie  in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

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Der WDR hat über rumänische Beschäftigte berichtet, die sich in Coesfeld in Quarantäne befinden. Eine unserer Berater*innen teilt in dem Beitrag für Markt ihre Erfahrungen aus der Beratungsarbeit und erklärt wie sich die Probleme für die Beschäftigten in der aktuellen Situation weiter verschärft haben.

Der Beitrag aus der WDR-Sendung Markt vom 20. Mai 2020 ist hier zu sehen (Minuten 8:56 bis 18:30).

Unterbringung von Erntehelfer*innen in NRW - WDR Aktuelle Stunde

Immer mehr Erntehelfer*innen werden aufgrund der aktuellen Situation aus Rumänien eingeflogen.

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Eine unserer Berater*innen war am 12. Mai 2020 mit der IG BAU am Flughafen Düsseldorf, als dort 250 Saisonarbeiter*innen angekommen sind. Vor Ort haben sie die Menschen mit Informationen versorgt und versucht mehr über deren anschließende Unterbringung und Lebensbedingungen zu erfahren. Der WDR hat über die Aktion in einem Beitrag für die Aktuelle Stunde zur Unterbringung von Erntehelfer*innen in NRW berichtet.

Der Beitrag des WDR ist hier (Minuten 05:00 bis 08:10) zu sehen.

Die Aktion wurde zudem in einem Beitrag der IG BAU Rheinland dokumentiert.

Interview zur Situation von osteuropäischen Beschäftigten in Schlachthöfen in NRW

Die Zahlen der Corona-Infizierungen unter osteuropäischen Beschäftigten in Schlachthöfen in NRW sind besorgnisererrgend hoch. Allein in Fleischbetrieben im Münsterland wurden 250 Personen positiv getestet (Stand 11. Mai 2020).

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Die Gefahr der Ansteckung ist besonders groß in Pausenräumen, beim Sammeltransport in Kleinbussen sowie in Sammelunterkünften. Um eine rasante Verbreitung der Infizierungen einzudämmen, wurde schon der erste Schlachtbetrieb im Kreis Coesfeld vorübergehend geschlossen. Laut Gesundheits- und Arbeitsminister Karl Josef-Laumann sollen jetzt alle Mitarbeiter*innen in Fleischbetrieben in NRW getestet und Gemeinschaftsunterkünfte überprüft werden.

In einem Interview mit der Deutschen Welle sprach eine unserer Berater*innen über die Situation der osteuropäischen Beschäftigten und Rechte während der Quarantäne.

Das Interview in rumänischer Sprache ist hier zu finden.

Situation von Erntehelfer*innen - Gespräch im Deutschlandfunk "Update"

Landwirte stehen momentan unter Druck, aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus fehlen die dringend benötigten Erntehelfer*innen.

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Die Arbeitsbedingungen sind schon im Normalfall schwierig, in der aktuellen Situation verschärfen sich die Probleme vielerorts zusätzlich. Eine unserer Berater*innen hat im Deutschlandfunk "Update" über die Situation der Ernte*helferinnen gesprochen.

Den Mitschnitt des Gesprächs gibt es hier.

Begrüssung von Erntehelfer*innen im Rheinland

Gemeinsam mit der IG BAU Rheinland hat eine unserer Berater*innen die am Flughafen Düsseldorf gelandeten Erntehelfer*innen aus Rumänien begrüßt.

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Unter anderem wurden die Flyer mit den Kontaktdaten unserer Beratungsstellen verteilt und eine Durchsage auf Rumänisch über den Bordfunk der Transferbusse gemacht.

Die IG BAU Rheinland hat die Aktion hier dokumentiert.

Artikel zu Arbeitsbedingungen der Erntehelfer*innen aus Rumänien in der Coronakrise

Für den Artikel über die Situation der Saisonarbeiter*innen aus Rumänien, die für die Spargel- und Erdbeerernte eingeflogen wurden, wurde unter anderem eine unserer Berater*innen interviewt.

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Sie Informiert über die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, die schwierigen Arbeitsbedingungen und Probleme beim Einhalten von Hygienevorschriften. Dabei gibt sie auch konkrete Empfehlungen für den Umgang mit Arbeitsunfällen, Erkrankungen und der Krankenversicherung.

Der Artikel ist auf dem rumänischen Journalist*innenportal PressOne erschienen.

Livestream mit Informationen für Beschäftigte aus Rumänien in der Coronakrise

In einem Livestream hat eine unserer Berater*innen Antworten auf die Fragen von Mobilen Beschäftigten aus Rumänien gegeben.

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Die Aufzeichnung des Livestreams stellen wir hier zur Verfügung.

Sieben Monate ohne Lohn – wegen Krankheit!

Der rumänische Bauhelfer S.P. wandte sich wegen der ausstehenden Lohnvergütung sowie wegen der Lohnfortzahlung an die Dortmunder Beratungsstelle des Projekts „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ von Arbeit und Leben NRW.

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Nachdem mehrere Versuche, mit dem Arbeitgeber in Kontakt zu treten, gescheitert sind, begleitet die Beratungsstelle den Arbeitnehmer bei einer gerichtlichen Klärung.

Lesen Sie den ganzen Beitrag hier.

ZDFzoom-Reportage: Sklaven der Straße

Im LogPort in Duisburg haben die Beraterinnen und Berater von Arbeit und Leben NRW erneut osteuropäische LKW-Fahrer über ihre Rechte auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland aufgeklärt.

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Auf den Parkplätzen dort verbringen sie ihre täglichen und wöchentlichen Ruhezeiten, obwohl ihre Arbeitgeber zumindest für die längeren wöchentlichen Ruhezeiten für eine angemessene Unterkunft außerhalb der Fahrerkabine sorgen und bezahlen müssen. Die Männer aus Bulgarien, Nordmazedonien und Rumänien, die sie vor Ort getroffen haben, sind monatelang im Ausland unterwegs und getrennt von ihren Familien. Mit dem unter diesen Umständen hart verdienten Geld müssen sie sich und ihre Familien in den Heimatländern durchbringen. In der Transport- und Logistikbranche hat sich ein unfaires Spesenmodell durchgesetzt, mit dem die Herkunft und Situation der Fahrer gnadenlos ausgenutzt wird. Über die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen und die Ausbeutung der Berufskraftfahrer wurde in der ZDR-Reportage „Sklaven der Straße“ berichtet. Stanimir Mihaylov und Elena Strato vom Projekt „Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten“ haben die Gewerkschaften und das Journalistenteam beim Kontakt mit den osteuropäischen Arbeitnehmern in Duisburg unterstützt.  

Da es auf dem Parkplatz keine Duschen, keine Toiletten und nicht genügend Mülltonnen gibt, kommt es zu Spannungen zwischen LKW-Fahrern und Menschen aus der Nachbarschaft. Eine gewerkschaftliche Initiative versucht zwischen den beiden Gruppen zu vermitteln und den Austausch mit interessierten Vertreterinnen und Vertretern der Bundes-, der  Landes- und der Lokalpolitik zu intensivieren. Eine für alle Seiten tragbare Lösung soll auch verhindern, dass das Thema bei den anstehenden Kommunalwahlen 2020 instrumentalisiert und so Politik auf den Rücken der schwächsten Mitglieder der Gesellschaft gemacht wird. Arbeit und Leben NRW wird die gewerkschaftliche Initiative weiterhin unterstützen und so für menschenwürdige Arbeitsbedingungen der Berufskraftfahrer eintreten.